Der letzte Wille des Kaisers

Trotz des Feiertages war ich heute recht fleißig. Wieder eine Exposé Übung, die ich absolviert habe. Diesmal habe ich mich noch weiter von der ursprüngliche Fassung gelöst, wobei man ausdrücklich auch dazu aufgefordert wurde.

Was dabei rausgekommen ist, finde ich zumindest interessant. Das Buch „Drei Seiten für ein Exposé“ kann ich mittlerweile uneingeschränkt empfehlen. Nun aber flux zu dem, was ich aus der ursprünglichen Idee gemacht habe.

„Nach dem bestanden Abitur nimmt sich die eher ruhige Claudia eine Auszeit. Bevor sie ihr Studium der französischen Sprache und Geschichte aufnehmen wird, plant sie einen längeren Urlaub in Frankreich. Besonders eine historische Person, auf deren Spuren sie wandeln will, hat es angetan: Napoleon Bonaparte. Claudia beschließ nach ein paar Wochen in Paris sich den Landstrich näher anzusehen, auf dem der Korse groß geworden ist. Unbedingt will sie auch die Kathedrale sehen, in der Napoleon getauft wurde.

Als sie an der Stelle steht, wo einer Messingtafel die letzten Worte des Kaisers angeschlagen sind, hat sie immer wieder den Eindruck, dass sie von hinten jemand beobachtet, Als sie sich jedoch umdreht, ist dort niemand zu sehen. Auf dem Weg zurück ins Hotel bleibt das Gefühl, verfolgt zu werden. In der Nacht wacht Claudia auf, weil ihr jemand etwas auf französisch ins Ohr geflüstert hat. Sie schlägt die Augen auf und erschrickt. Neben ihrem Bett steht Napoleon Bonaparte. Zumindest hat die verschwommene Figur große Ähnlichkeit mit ihm. Napoleon erzählt ihr von seinem letzten Willen, der missachtet wurde. Seine Gebeine haben die Franzosen im Invalidendom gelagert und nicht in der Heimat des Kaisers begraben. Napoleon bittet Claudia, sich dafür einzusetzen, dass dies geschieht. Die entsetzte Claudia schreit und wacht von ihren eigen Schreien auf. Alles doch nur ein Traum, denkt sie, bis sie das ausgeblichene Halstuch von Napoleon auf ihrer Bettdecke sieht.

Als der nächste Tag anbricht, versucht Claudia, nicht mehr an die Erlebnisse der vergangenen Nacht zu denken. Der Tag verläuft unbeschwert, ohne das sie wieder das Gefühl hat, verfolgt zu werden. In der Zeitung liesst sie, dass in Paris das Halstuch von Napoleon gestohlen wurde. Sie ist verunsichert und weiß nicht, was sie mit dem Halstuch machen soll. Würde sie sich den Behörden stellen, würde ihr vermutlich niemand glauben. Die Nacht bricht ein, Claudia liegt im Bett lange wach. Eigentlich will sie nicht einschlafen, denn sie fürchtet sich vor einem erneuten Traum mit Napoleon. Irgendwann schläft sie vor Erschöpfung ein. Sie öffnet die Augen, durch das Fenster scheint bereits die Sonne. Es ist später Vormittag. Erleichtert, dass sie nicht schon wieder von Napoleon geträumt hat, verlässt Claudia ihr Zimmer. Bevor sie aus dem Hotel auf die Straße treten kann, wie sie an der Rezeption aufgehalten. Für sie wurde ein Brief hinterlegt. Im handgeschriebenen Brief auf altem Papier teilt ihr der Kaiser mit, dass er sie habe nicht wecken wollen. Er drängt auf ein Treffen, andernfalls sehe er sich genötigt, der Polizei einen Hinweis zu geben, dass Claudia das Halstuch gestohlen habe. Claudia geht zu dem angegeben Treffpunkt, eine Schäferhütte außerhalb der Stadt. Statt Napoleon erwartet sie dort ein junger Korse. auch er wurde von Napoleon heimgesucht. Ihm hat der Kaiser seinen Säbel nachts dagelassen.“

Soweit erstmal für heute, denn das Exposé geht noch etwas weiter – wir sind nicht mal an der Hälfte angelangt. Aber hier ist aber ein entscheidender Punkt erreicht, denn während ich bisher noch sehr am Original entlangschreibe, wendet sich das im weiteren Verlauf. Ausschlaggebend war für mich, dass ich den ursprünglichen Plot zu mystisch fand. Aber ich will noch nicht zu viel verraten und zum weiterlesen morgen motivieren.

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