Trotz B werben

Drüben im powerbook_blog hat sich jog bereits über das Thema Bewerbungen ausgelassen. Da wir in der Firma auch immer Bewerbungen bekommen, die dann zwangsläufig auf meinem Schreibtisch landen, möchte ich an dieser Stelle auch noch mal meinen Senf dazu geben.

Viele scheinen zu vergessen, dass in Bewerbung das Wort Werbung steckt. Geworben wird dabei nicht für irgendein Produkt, sondern für sich selbst. Wer wirbt, sollte die Absicht haben, zu überzeugen.

Aber der Reihe nach. Auch wenn wir in der Firma digitale Bewerbungen ebenfalls bevorzugen, ist es ein schriftliche Bewerbung per klassischer Post kein Nachteil. Wichtig ist nicht das Medium, sondern die Form der Bewerbung. Wer eine Mappe verschickt, sollte nicht irgendeine gebrauchte Klarsichthülle verwenden.

Entscheidend für das erste Bild, was man sich vom Bewerber macht, ist das Anschreiben. Bei einer elektronischen Bewerbung sollte nach meiner Meinung schon der Text der E-Mail dazu anregen, die angehängten PDF-Dateien zu öffnen.

Wer das aufmerksam gelesen hat, wird daraus zwei Dinge erkennen, die wichtig sind. Anhänge als PDF-Datei, klar. Aber auch E-Mails bitte als Text-E-Mails und nicht als bunt formatierter HTML-Brief.

Bei einer schriftlichen Bewerbung ist das Mindestmaß der Anforderungen, den Brief anständig zu formatieren. Wer sich um einen Ausbildungsplatz zum Mediengestalter bewirbt, sollte in der Lage sein, die wichtigsten Typhographischen Regel zu berücksichtigen – Interesse am Beruf nennt man so was.

Was sowohl elektronisch als auch per Post wichtig ist, ist der eigentliche Text des Anschreibens. Mir macht es keine Freude, Standardformulierung zu lesen. Ich weiß nicht, warum man den Leuten anscheinend eintrichtert, dass sie einen bestimmte Stil einhalten müssen. Das ist doch kein werben für die eigene Person, wenn ich Sätze aus einem Ratgeber abschreibe!

Kann sein, dass ich jetzt zu viel verlange, aber mich persönlich würde ein mit LaTeX erstellte Anschreiben ziemlich überzeugen. Dafür braucht man nur einen Rechner, kostenlose Software und ein bisschen Zeit, sich in die Thematik einzuarbeiten. Wer dazu nicht willens ist, fehlt möglicherweise auch die richtige Einstellung zum Beruf.

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