Türklinken

In welchem Land die Türklinken erfunden wurden, ist nicht bekannt. Wikipedia schweigt sich zu dem Thema aus. Ein schwerer Fehler auf jeden Fall, denn es gibt erheblichen Informationsbedarf.

Das die Türklinken nicht in Deutschland erfunden wurden, lässt sich an der erheblichen Anzahl von Nichtbenutzern feststellen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten. Die Drücker und die Werfer.

Der Typus der Werfer ist unüberhörbar. Häuser mit mehreren Mietparteien scheinen seine natürliche Umgebung zu sein. Unterschieden wird beim Werfer zwischen dem besonders laut und schwungvoll zuwerfenden und dem leisen Typ, der streng genommen eigentlich ein Zuzieher ist, der die Tür ohne Herunterdrücken der Klinke ins Schloss zieht. Nicht dazu gerechnet werden die Menschen, bei denen auf Grund von Durchzug die Tür von alleine zu fällt – vorzugsweise handelt es sich dabei um Wohnungstüren, bei denen der Schlüssel von innen steckt.

Beim Drücker handelt es sich um einen eher stillen Menschen, zumindest was seinen Umgang mit Türen angeht. Türen in seiner Wohnung, egal ob Eigenheim oder angemietet, werden grundsätzlich nicht zu gemacht, sondern allenfalls angelehnt. Beim Wechsel in einen anderen Raum wird dann nicht die Türklinke benutzt, sondern die Tür unter zu Hilfenahme der Fläche rund um die Türklinke aufgedrückt. Erkennen lässt sich das gut an den Finger- und Handabdrücken auf der Tür.

Besonders hässlich wird es, wenn der Drücker Zeitungsleser ist und auf helle, insbesondere weiße Türen trifft. Es zeigt sich dann, wie hartnäckig Druckerschwärze sein kann, wenn sie nicht mehr auf Zeitungen haftet.

Wie wir sehen, ist die Geschichte der Türklinge eine Geschichte voller Missverständnisse, wie ein nahmenhafter Hersteller sagen würde.

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