Schwarz-Gelb verhindern

Schwarz-Gelb verhindern

Wie sich schwarz-gelb am besten verhindern lässt, wie ja immerhin einer der Slogans der Grünen bei der Bundestagswahl lautete, zeigt diese Partei gerade im Saarland: durch Mitbeteiligung. Damit zeigt, nach Hamburg, erneut, dass es den Grünen letztendlich weniger um Ideale, denn um Macht und Machterhalt geht – wie den meisten anderen Parteien in der Bundesrepublik wohl auch.

Man könnte jetzt davon sprechen, dass die Grünen ihre Unschuld verloren haben. Allerdings sollte jemand, der im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen. Wer sich also in der SPD jetzt empört, sollte sich dringend an die eigene Nase fassen. Nicht nur, weil die Grünen eine erwachsen Partei sind und die SPD nicht deren Erziehungsberechtigte, sondern auch, weil eine rot-rot-grüne Koalition im Saarland ebenso verstörend gewesen wäre.

Die Entscheidung der Grünen, den Saarbaron Lafontaine einen gehörigen Strich durch die Rechnung zu machen, ist nicht nur nachvollziehbar. Es gehört Mut dazu, eine solche Entscheidung (auch gegen den angeblichen Wählerwillen) zu treffen. Ob die Entscheidung richtig war, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

3 Replies to “Schwarz-Gelb verhindern”

  1. Ich bin Schwarz-gelb-Paranoiker (und Grünen-Sympatisant), finde aber diese Entscheidung richtig.
    a) Haben die Grünen im Saarland überwiegend bürgerliche Wähler
    b) Konnten sie offenbar einen Großteil ihrer Forderungen durchkriegen (ebensoviel wie oder mehr als unter rot-rot-grün)
    c) Zeigen sie der SPD dass sie eben, wie du sagst, nicht unter deren Vormundschaft stehen
    d) Können sie jederzeit überzeugend mit Koalitionsbruch drohen (andersherum wäre die „Jamaika“-Drohung gegenüber Maas wohl nicht so überzeugend)
    e) Können sie im Falle eines Koalitionsbruch alles auf Inhalte und die verstockte FDP/CDU schieben
    f) Lafontaine.

  2. Mag ja alles sein, aber was soll man denn noch wählen, wenn man eine schwarze Regierung (mit welcher Zweit- und Drittfarbe auch immer) für den worst case hält. Erst die SPD und nun auch noch die Grünen haben sich der Macht willen an die Konsevativen verkauft.

    Auch wenn ich eigentlich der Partei „Die Linke“ eher skeptisch gegenüberstehe, sie scheint derzeit die einzige Alternative zur Einheitspolitik aus Sicherheitswahn, Bürgerrechts- und Sozialabbau der anderen Parteien. Das ist nicht gut, gar nicht gut.

  3. Ein schwarz gelbe Regierung zu verhindern beweist zumindest die Einsicht, daß die konserative Klientel dieses Land nicht wirklich voranbringen können was man ja auch daran sehen kann, daß die Konserativen eigentlich kein Rezept haben. Sie sind vielmehr diejenigen deren Politikauffassung darin besteht möglichst wenig zu verändern und nur dann
    zu handeln wie bei der Katastrophe von Fukushima wenn ihr pro Atomstrom Standpunkt durch die Ereignisse unhaltbar geworden ist. So scheint die
    gegenwärtige Politik darin zu bestehen, daß die Interessen von Lobbygruppen (siehe Pharmaindustrie) bedient werden. Auch die CDU zeigt gerade durch die
    Führungsschwäche der Bundeskanzlerin die Probleme am liebsten nach bewährter Kohl Manier aussitzt wie
    Anfang diese Jahres die Plagiatsaffäre zu Guttenbergs von der von einer Lösungskompetenz der
    Bundeskanzlerin nichts zu spüren war. Aus alldem bleibt ersichtlich, daß schwarz gelb beim Stillstand und beim anhaltenden Umfragetief angekommen ist, so daß man sich wieder nach den Zeiten einer großén Koaltion zurücksehnt. Rot-rot ist auf Bundesebene sicherlich keine Option aber als
    Damoklesschwert über die konserativen Betonköpfe möge es dem Land erhalten bleiben damit endlich mehr Bewegung in die Poltik kommt d.h. eine sozialeren Ausrichtung der Politik in der das Wort christlich seine Bestätigung durch eine entsprechende soziale Politik erhält.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren