Schlachtplatte

Schlachtplatte

Das Mikrofon kam näher. „Können Sie was zum Unfallhergang sagen?” „Nein tut mir leid, ich suche mein Bein.” „Aber Sie haben doch sicher ein paar Sätze für unsere Schaulustigen an den Fernsehern zu Hause!” „Verdammt nein, mein Bein!”

Im Schlaraffenland für Sensationsreportagen ging es manchmal etwas ruppiger zu. So mancher hatte sich in den Sommermonaten sein Feldbett neben der Autobahn aufgestellt. Der Urlaubsverkehr brachte immer wieder mal neue Versionen eines beim Publikum beliebten Stückes. Nicht immer waren die Opfer so wortkarg wie heute. Jeder wollte doch zumindest einmal ins Fernsehen. Dafür musste man schon mal was tun. Sich vor laufender Kammera mit dem Ex zoffen, talentfrei singen oder eben möglichst stillvoll verbluten.

Mittlerweile hatte der Mann eingesehen, dass er sein Bein nicht finden würde und versuchte, aufzustehen. Ein sehr unschöner und unwürdiger Augenblick für ihn, der sich aber gerade in der Nahaufnahme besonders gut machte. Quote machen, war die Devise.

Den Zuschauern halfen die Qualen anderer, das eigene Elend zu vergessen. Zwischen Abendessen, Bier und Sportschau war kein Platz für Mitleid.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren