Verlierer 2.0

Verlierer 2.0

In den letzten zwei Tagen war erstaunliches aus der SPD-Bundestagsfraktion zu hören. Gerüchte über ein Verbot der Twitter-Nutzung im Bundestag kamen auf, es wurde gar von der Einführung eines Störsenders gesprochen.

Alles nur, weil vergangene Woche die Ergebnisse der Bundespräsidentschaftswahl „zeitnah” ins Internet gelangten. Sicher lässt sich über die vermeintlichen und tatsächlichen Pannen nach dem ersten Wahlgang diskutieren – solange man dabei ruhig und sachlich bleibt.

Die Art und Weise jedoch, in der in Teilen der SPD jetzt Radau gemacht wird, hat einen bitteren Beigeschmack. Die Genossen müssen sich daher eine Frage gefallen lassen: Würdet Ihr euch auch so aufregen und so über Twitter diskutieren, wenn Gesine Schwan im ersten Wahlgang zur Bundespräsidentin gekürt worden wäre? Bitte ehrlich antworten!

Ich für meinen Teil vermute, dass im allgemeinen sozialdemokratischen Jubel die Vorabveröffentlichung der Wahlergebnisse über Twitter wohlmöglich keine Diskussion seitens der SPD ausgelöst hätte.

Manchmal, liebe Genossen, ist es besser, einfach zu schweigen. Ansonsten gerät man nämlich schnell in Verdacht, ein schlechter Verlierer zu sein. Die Diskussion über so genannte Twitter-Störsender ist daher nicht nur lächerlich, sie schadet auch der Partei.

2 Replies to “Verlierer 2.0”

  1. Bin zwar kein Genosse, hätte es aber auch bei Gesine Schwan unmöglich gefunden. Gehört sich einfach nicht, diese Twitter-Manie. Ganz großes No-No …

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren