Vaters großer Tag

Also gut, morgen ist wieder der so genannte Vatertag. Eigentlich und um genau zu sein, ist es Christi Himmelfahrt, ein Feiertag. Das mit dem Feiern, dass nehmen einige Männer an diesem Tag immer wörtlich.

Unterwegs mit Bollerwagen und viel Alkohol wird die Veranstaltung tatsächlich zu einem Himmelfahrtskommando. Nur gut, dass man für einen Bollerwagen keinen Führerschein benötigt.

Schauen wir uns aber mal den Tag danach an. Oft auch als Brückentag bezeichnet, hat er seinen Namen nicht daher, dass besoffene Väter den Weg nicht nach Hause gefunden und unter Brücken geschlafen haben.

Unbestritten jedoch ist, dass es den meisten Männern am Freitag vom Alkohol im Übermaß so richtig schlecht geht. Daraus lassen sich dann mehrere Schlüsse ziehen. Den Vätern geht es schlecht nach ihrem Alkoholmissbrauch. An einem freien Tag, an dem sie mit ihrer Familie, ihren Kinder gemeinsam was hätten unternehmen können, ist ihnen nichts besseres eingefallen, als sich mit anderen Vätern zu besaufen. Möglicherweise der Versuch, etwas zu verdrängen, was aber am nächsten Tag wieder auf sie zurück fällt.

Ihnen geht es nicht nur schlecht, sondern oft sind sie auch schlecht – schlechte Väter. Trotz gegenteiliger Behauptungen hat sich das klassische Rollenbild nicht wesentlich geändert. Der Mann fühlt sich als Ernährer und überlässt die Erziehung der Frau, die dann versuchen muss, neben ihrem Beruf auch das noch zu regeln.

Zum Dank kann sie sich dann am Abend des „Vatertages” auch noch um ein zusätzliches Kind kümmern, dass auf dem Sofa liegt und wehleidig vor sich hinjammert, wie schlecht es ihm gehen würde. Das sollte sie mal machen, wenn sie am Muttertag die Reste vom für sie ausnahmsweise mal gedeckten Frühstückstisches wegräumt.

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