Vaters großer Tag

Vaters großer Tag

Also gut, morgen ist wieder der so genannte Vatertag. Eigentlich und um genau zu sein, ist es Christi Himmelfahrt, ein Feiertag. Das mit dem Feiern, dass nehmen einige Männer an diesem Tag immer wörtlich.

Unterwegs mit Bollerwagen und viel Alkohol wird die Veranstaltung tatsächlich zu einem Himmelfahrtskommando. Nur gut, dass man für einen Bollerwagen keinen Führerschein benötigt.

Schauen wir uns aber mal den Tag danach an. Oft auch als Brückentag bezeichnet, hat er seinen Namen nicht daher, dass besoffene Väter den Weg nicht nach Hause gefunden und unter Brücken geschlafen haben.

Unbestritten jedoch ist, dass es den meisten Männern am Freitag vom Alkohol im Übermaß so richtig schlecht geht. Daraus lassen sich dann mehrere Schlüsse ziehen. Den Vätern geht es schlecht nach ihrem Alkoholmissbrauch. An einem freien Tag, an dem sie mit ihrer Familie, ihren Kinder gemeinsam was hätten unternehmen können, ist ihnen nichts besseres eingefallen, als sich mit anderen Vätern zu besaufen. Möglicherweise der Versuch, etwas zu verdrängen, was aber am nächsten Tag wieder auf sie zurück fällt.

Ihnen geht es nicht nur schlecht, sondern oft sind sie auch schlecht – schlechte Väter. Trotz gegenteiliger Behauptungen hat sich das klassische Rollenbild nicht wesentlich geändert. Der Mann fühlt sich als Ernährer und überlässt die Erziehung der Frau, die dann versuchen muss, neben ihrem Beruf auch das noch zu regeln.

Zum Dank kann sie sich dann am Abend des „Vatertages” auch noch um ein zusätzliches Kind kümmern, dass auf dem Sofa liegt und wehleidig vor sich hinjammert, wie schlecht es ihm gehen würde. Das sollte sie mal machen, wenn sie am Muttertag die Reste vom für sie ausnahmsweise mal gedeckten Frühstückstisches wegräumt.

One Reply to “Vaters großer Tag”

  1. Wie gut das ich morgen mit dem langen weißen Bollerwagen unterwegs bin. Saufen nicht erlaubt. Hoffentlich fällt mir dann nicht einer dieser Suffköppe vor die Flinte.

    Hier zeigt sich, dass sich erst die Väter ins Koma saufen und anschließend die Kinder. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm.

    In diesem Sinne, schönen Vatertag!

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren