Die Google-Verschwörung

Die Google-Verschwörung

Immer noch läuft mir ein Schauder über den Rücken, wenn ich an den mit kleiner Handschrift vollgekritzelten Zettel denke, den ich gestern Abend völlig durchnässt im Briefkasten fand. Vieles auf ihm war nicht mehr zu lesen. Nachfolgen möchte die wenigen Zeilen wiedergeben, die ich entziffern konnte. Auch auf die Gefahr hin, dass mich vermutlich ein ähnliches Schicksal ereilen könnte, wie dem Verfasser des Textes auf dem Zettel.

„Nicht heimlich, wie ein Dieb bei Nacht, sondern ganz ungeniert am hellichten Tag durchdringt der angebliche Betreiber einer Suchmaschine immer mehr Bereiche des täglichen digitalen Lebens. Nicht erst seit gestern wird vor der Datenkrake Google gewarnt. Das Beste sei es, Spuren zu vermeiden. Am besten dadurch, dass man bestimmte Wege nicht nutze.

Der verängstigte Bürger nimmt solche Ratschläge dankbar an und zieht sich im Idealfall aus dem Netz zurück. Was er nicht weiß: er verhält sich damit genau so, wie es Google geplant hat. Den es geht Google gar nicht um die persönlichen Daten von Lieschen Müller. Auch ihr Surfverhalten interessiert keinen. Es geht um etwas ganz anderes. Um das zu verstehen, muss man 187 Jahre zurück in die Vergangenheit gehen. In eine Zeit, als es noch kein Internet gab.

Dem belgischer Mathematiker Lueb van Dervels gelang der Nachweis, dass die Gesamtmenge aller jemals möglichen gleichzeitig existenten Informationen eine Konstante ist. Jede Information besitzt eine bestimmte theoretische Masse, die unabhängig vom subjektiven oder objektiven Wert der Informationen ist. Letztendlich bedeutet dies, dass je mehr triviale Information vorhanden sind, diese die Menge der wirklich Informationen immer mehr reduziert.

Selbstverständlich findet, wer nach dem van Dervels Theorem googelt, keine Ergebnisse, denn die Information wird gezielt vorenthalten. Nur unter großer Gefahr und unter Mithilfe einer isländischen Biblotekarin Ruhestand konnte nicht nur Leben und Wirken vom van Dervels ermittelt werden, sondern es offenbarte sich im Zug der verdeckten Ermittlung auch der wahre Name von Google. Entgegen aller Annahmen ist dies kein Phantasiebegriff sondern eine Abkürzung für Global Organisation of governmental Labour Educcators

Das Ziel von Google ist nicht die Kontrolle der Daten, sondern die Verdrängung der Informationen aus dem Netz, die als unwichtig eingestuft wurden. Dazu greift Google zu unterschiedlichen Mitteln. Eines davon ist Angst vor Google. Dadurch, dass die Menschen aus dieser Angst heraus keine Informationen mehr preisgeben, bleibt mehr Platz für Unternehmen und Regierungen. Zu den weiteren Strategien gehört…”

Hier war die Tinte auf dem Zettel schon zu stark verlaufen und die zunehmend zittrige Handschrift nicht mehr zu lesen. Bevor ich mich auf den Weg nach Island mache, um der schwachen und schnell verblassenden Spur zu folgen, bleibt mir nur noch die Bitte, das möglichst viele die Wahrheit über Google veröffentlich. Nur gemeinsam können wir uns der Verschwörung entgegenstellen.

11 Replies to “Die Google-Verschwörung”

  1. Also der Artikel trifft genau meine Gedankengänge. Fraglich wie ernst man das Ganze nehmen kann, aber Gedanken kann man sich darüber schon machen, wenn man sich ansieht welche Services es schon von Google gibt. Die totale Kontrolle.

  2. Ich glaube, dass Google die Finanzkrise ausgelöst hat, um Island gezielt an den Rand des Bankrotts zu bringen und sich so auf erpresserischer Weise der Informationen zu van Dervels zu bemächtigen ;-)

  3. Alles soweit richtig, auch wenn man es kaum glauben mag. Denn die G.O.o.g.L.E. ist ein kleiner, eigentlich offensichtlicher, aber dennoch gravierender Denkfehler unterlaufen. Lueb van Dervels Theorie geht davon aus, dass die Menge aller Informationen konstant ist. Da bei ist es völlig unerheblich, auf welchem Medium diese Informationen wie vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Die Verdrängung von trivialen Informationen aus dem Netz vergrößert also gerade nicht die Differenz zur van-Dervel-Konstante, zumindest solange diese Informatione weiterhin existiert. Im Extremfall nur im Hirn eines einzigen Menschen.

    Wenn die G.O.o.g.L.E. sein offensichtliches Ziel also erreichen will, muss sie die die unwichtigen Informationen endgültig tilgen. Dazu müsste sie je jeden, der solche Informationen hat, umbringen. Und das ist dann ja doch undenkb …aaaaaaarrrrrrrrrrrgggrggh!

  4. Hallo, wir haben gerade telefoniert und daraufhin bin ich auf Ihrer Site hängengeblieben. Das haben Sie sehr scharfzüngig und schwarzhumorig geschrieben. ;)

    Und etwas Wahres ist schon dran. Ich setze zumindest keine Google Scripte mehr innerhalb meiner Websites ein, denn die Datensammelwut geht mir zu weit. Und siehe da – es geht auch ohne.

    Leider ist man trotzdem von der Google Suchmaschine abhängig wenn man im Netz Erfolg haben will. Ich werde diesen Artikel gleich mal in meinem Blog verlinken.
    Viele Grüße, Steffen

  5. Nun, ich glaube, das goole nicht die Finanzkriese ausgelöst hat, aber ich glaube, das der Wahnsinn von Google ausging:-)

  6. Ohhhhh jetzt hab ich aber Angst. Immerhin hab ich ein Android Smartphone. Muss ich das 500€ Teil jetzt in die Tonne werfen? :D :D :D :D :D

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren