Gleichbleibende Gerechtigkeit

Gleichbleibende Gerechtigkeit

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass auch ein Ingenieur einen so genannten Ein-Euro-Job annehmen muss. Der Deutsche Gewerkschaftsbund spricht umgehend von einer Schlappe für Akademiker. Mal abgesehen davon, dass es durchaus berechtigte Zweifel an den Ein-Euro-Jobs im allgemeinen gibt, so ist die Aufregung über das Urteil doch unverständlich.

Warum wird von einer Schlappe für Akademiker gesprochen? Bei einem arbeitslosen Verkäufer wäre es also akzeptabel, oder? Soll also der arbeitslose Akademiker zu Hause bleiben dürfen, während der „einfache” Arbeitslose ruhig mal Bäumchen mit einer Wildschutzfolie umwickeln soll? Ich denke nicht. Es sollte auf keinen Fall mit zweierlei Maß gemessen werden.

Der wirklich Skandal ist daher ein anderer. Im konkreten Fall sollte der Arbeitslose für die Gemeinde satte 30 Stunden arbeiten. Es stellt sich bei so einem Umfang die Frage, warum für die Tätigkeit nicht eine reguläre Stelle geschaffen wird. Denn so wie es jetzt aussieht, dient der Ein-Euro-Job als billige Alternative für den staatlichen Arbeitgeber. Das kann und darf nicht sein.

2 Replies to “Gleichbleibende Gerechtigkeit”

  1. Na prima, noch weiter in die Bresche Zwei Klassen Gesellschaft hauen? Das kann doch alles nicht sein, wenn arbeitslos, dann arbeitslos, aber doch nicht, ich habe studiert und dem Staat alleine von daher schon länger auf der Tasche gelegen, als ein Mensch, der direkt nach der Schule eine Ausbildung begann und mit seiner Arbeit schon frühzeitig Steuern gezahlt hat. Und dann hat der Studierte noch Vorteile, weil er keinen Ein-Euro-Job annehmen muss? Das kann nicht sein!

    Sicher lässt sich über den Sinn und Unsinn in manchen Fällen der Ein-Euro-Jobs streiten, aber dennoch darf hier keinesfalls mit zweierlei Schichten in der Gesellschaft geworben werden. Schade, dass auch die Gewerkschaft noch mit zu einem solchen Verhalten steht!

  2. Es gibt so viele dinge die eigentlich nicht sein können, aber Gleichbleibende Gerechtigkeit gibt es aus dieser sicht nicht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren