Webshops mit WordPress, Teil 1

Früher oder später stellt sich bei jedem Contentmanagementsystem die Gretchenfrage: „Sag, wie hälst du es mit Webshops?”. WordPress ist da keine Ausnahme. Bevor wir uns jedoch mit konkretem Lösungen für WordPress beschäftigen, ist es notwendig, die grundsätzlichen Anforderungen an einen Webshop zu klären.

Was ist überhaupt ein Webshop? So einfach diese Frage auch scheint, sie ist auf den zweiten Blick nicht doch komplexer – vor allem ist ihre Beantwortung abhängig von Standpunkt des Antwortenden. Drei unterschiedliche Perspektiven scheint es dabei zunächst zu geben: die des Kunden, jene des Betreibers und natürlich die des oder derjenigen, die den Shop entwickelt und programmiert haben.

Aus der Sicht des Kunden ist der Webshop eine Möglichkeit, Ware bequem über das Internet zu bestellen. Neben der Bequemlichkeit sieht er seinen Vorteil darin, rund um die Uhr auf ein umfangreiches Sortiment zugreifen zu können. Mitunter lassen sich auch Produkte bestellen, die im klassischen Einzelhandel nur schwer zu bekommen sind. Der Kunde erwartet von einem Webshop, dass dieser übersichtlich und einfach zu bedienen ist. Der Bestellvorgang soll ohne Hürden und transparent sein. Wichtig für ihn ist auf jeden Fall das Vertrauen. Er will seine persönlichen Daten sicher wissen und weder bei Bezahlung noch Lieferung der Ware böse Überraschungen erleben.

Für den Händler ist der Webshop zunächst einmal ein Vertriebsweg für seine Ware. Dabei kann es sich um eine ausschließliche oder zusätzliche Möglichkeit des Verkaufs handeln. Auch für ihn ist, wie beim Kunden, das möglichst einfache Handling wichtig. Im Idealfall sollen Bestellungen nicht von einem speziell und aufwendig geschulten Mitarbeiter bearbeitet werden können, sondern von allen Firmenangehörigen. In Bezug auf die Bestellabwicklung sollte sich der gesamte Vorgang in der Software selber dokumentieren lassen. Dazu gehören auch Rückfragen des Kunden zu seiner Bestellung. Über den einzelnen Bestellvorgang hinaus gibt es im Idealfall eine direkte Anbindung an ein Warenwirtschaftsprogramm zu Lagerverwaltung. Wo dies nicht möglich ist, sollte der Webshop zumindest grundlegende Funktionen zur Bestandsverwaltung bieten (dazu gehören Hinweise bei Mindermengen und die Möglichkeit der Warenrückstellung).
Sofern der Webshop nicht komplett neu aufgesetzt und direkt im Backend befüllt wird, bekommt dem Import bestehender Produktkataloge eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.

Als Webentwickler wird man eher selten in die Verlegenheit kommen, einen Shop von Grund auf neu zu programmieren. Die Regel ist eher, auf bereits vorhandene Lösungen zurück zu greifen und diese gegebenenfalls zu modifizieren. Der Fokus des Entwicklers liegt dabei in erster Linie auf ganz anderen Punkten als beim Kunden oder Shopbetreibers. An erster Stelle steht zunächst die Frage, ob eine eigenständige Shopsoftware zum Einsatz kommt oder ob der Shop in eine Bestehende Umgebung eingebunden werden muss. Des weiteren ist wichtig, wie sich Templates für den Shop erstellen lassen und welche Schnittstellen zur Erweiterung des Shops zur Verfügung stehen. Insbesondere bei aufkommenden Problemen werden eine gute Dokumentation des Shops und Support durch den Hersteller oder eine möglichst große Comunity relevant.

Um einen erfolgreichem und für alle Seiten zufrieden stellendem Shop zu betreiben, müssen alle drei Sichtweisen unbedingt berücksichtigt werden.

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