Unentschuldigt unhöflich

Die Bahn, bei der sich das Personal stets für die kleinste Verspätung entschuldigt

…möchten wir uns bei Ihnen für die daraus entstehenden Unannehmlichkeiten entschuldigen.

kann auch ganz anders. Insbesondere dann, wenn es um die eigene Vergangenheit und ihre Beteiligung bei der Deportation von Menschen mit jüdischem Glauben und anderen, von den Nationalsozialisten unerwünschten, in die Konzentrationslager geht.

In einem historischen Zug ist derzeit der „Zug der Erinnerung” unterwegs. Die Wanderausstellung in einem historischen Zug erinnert an die Beteiligung der Reisbahn an den Massenmorden im Dritten Reich. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, wäre die nächste Station jetzt der Berliner Hauptbahnhof gewesen. Das die Bahn dem Zug die Einfahrt verweigert, lässt sich noch nachvollziehen. Schließlich ist es eine Dampflok, die sich kaum mit den Rauchmeldern verträgt – lassen wir dabei mal außer Acht, dass man die Dampflok auch anders in den Bahnhof bekommen könnte.

Kein Verständnis habe ich jedoch dafür, dass die Bahn dem Trägerverein der Ausstellung die Kosten für die Benutzung der Gleise (3,50 Euro je Kilometer) sowie das Stehen im Bahnhof (450 Euro pro Tag) in Rechnung stellen will. Oder ist das die ganz spezielle Vergangenheitsbewältigung der Deutschen Bahn?

Ich denke, hier ist auf jeden Fall der Noch-Eigentümer gefragt. Hilfreich wäre es wohl, wenn wir alle unsere Abgeordneten in die Pflicht nehmen würden.

Näheres zur Ausstellung unter zug-der-erinnerung.eu. Den oder die Abgeordneten für den eigenen Wahlkreis findet man auf der Seite des Deutschen Bundestages.

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