China, mal wieder

Nein, ich leide nicht am China-Syndrom (was auch etwas anderes wäre), auch wenn es schon wieder einen Beitrag über das Land des falschen Lächelns von mir gibt. Schuld, wenn man davon überhaupt sprechen kann, hat diesmal (wieder) die Süddeutsche Zeitung im SZ-Magzin von heute ist ein langer Artikel mit dem Titel „Die olympischen Fesselspiele”.

Der Artikel ist uneingeschränkt lesenswert, auch wenn ich ein anderes Fazit bezüglich des Boykotts ziehen würde.

Für alle, die sich die Zeitung nicht kaufen wollen oder können, hier ein paar Zitate, bei denen es mit kalt über den Rücken lief:

An Chinas Umerziehungslager, die Laojiao, in denen einer verschwinden kann, ohne je einen Anwalt gesehen zu haben. An die Elektroschocks, die Verbrennungen, die Insassen dort widerfahren. An die jährlich 8000 Hingerichteten. […] Nach ihrem Tod werden den Hingerichteten Organe entnommen.

Sehr prägnant:

Es ist Zeit für den Westen sich von einer lieben Illusion zu verabschieden: der Legende, dass wirtschaftlicher Aufstieg das Land automatisch demokratischer macht.[…] China hat es all denen, die sich gerne täuschen lassen, immer leicht gemacht.

Erschüttern auch, dass das modernisierte Peking nur eine Fassade ist, die das Elend verhüllt:

China ist heute eines der ungerechtesten Länder der Erde. Die Kluft zwischen Reich und Arm ist größer als in vielen Ländern Afrikas.

Heftig ist auch, was Chinas indoktrinierte Bevölkerung in Bezug auf die Tibeter denkt:

Warum reden wir überhaupt? Separatistischer Müll sollte getötet werden.

Ich für meinen Teil habe kein sehr gutes Gefühl im Hinblick auf die Olympischen Spiele – mehr denn je.

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