Berlin, ein Weihnachtsmärchen – Teil IX

Allmählich fing es in Berlin an zu dämmern, wobei es schlicht die Tageszeit gemeint ist, denn den Menschen selber in Berlin dämmert es noch lange nicht. Zurück von der Nacht blieb ein schlechter Geschmack im Mund und viel Arbeit für die Straßenkehrer und die Heilsarmee.

Beck resignierte. Er hatte die Quelle des verlockenden Geruchs nicht ausfindig machen können. Es war wohl an der Zeit für ihn, endlich nach Hause zu gehen. Aber wo war es, sein Zuhause? War es etwa die SPD, seine SPD? Liebten die Genossen überhaupt? Beck wurde sentimental, verkniff sich aber die Tränen.

Im Kanzleramt ging endlich das Licht aus und Angela legte sich zufrieden zur Ruhe. Bis zur nächsten Sitzung waren es nur ein paar Stunden, aber bei ihrem guten Schlaf der Gerechten würde das wie immer ausreichen, um wieder fit zu sein für den Alltag als Bundeskanzlerin.

Noch immer vom Graffiti irritiert, zog Klaus W. seinem Kuschelteddy den rosa Schlafanzug an und ging mit ihm gemeinsam ins Bett, darauf hoffend, das er durch ein ans Bett gebrachte Frühstück geweckt werden würde.

Der Urheber des geheimnisvollen Graffiti war unterdessen schon längst eingeschlafen und träumte von als Weihnachtsengel verkleidete Überwachungskameras. Völlig unsanft dagegen wurde Oettinger geweckt. Hecktisch suchte er seine Bahncard.

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