Eva Herman bei Kerner

Eva Herman bei Kerner

So. Eva Herman hatte also bei Kerner gestern ihren großen Auftritt und noch größeren Abtritt. In der Blogsspähre ist zum Thema einiges zu lesen. Ich für meinen Teil, der ich schon mehrfach meinen Standpunkt zu dieser Frau deutlich gemacht habe, schweige mal lieber. Das hätte Frau Herman überings gestern auch besser machen sollen.

Wer wie ich die Sendung verpasst hat, kann sie sich in der vorzüglichen Mediathek vom ZDF nachträglich anschauen. Dort ist die Sendung in ganzer Länge vorhanden – da setzt man sich auch nicht der Gefahr aus, dass hinterher wieder jemand behauptet es wäre was aus dem Zusammenhang gerissen worden.

7 Replies to “Eva Herman bei Kerner”

  1. Ich bin auch durch diverse Medienberichte drauf aufmerksam geworden und habe mir das ganze Debakel heute via ZDF-Mediendatenbank angeschaut. Die Frau ist echt der Hammer und die getätigten Kommentar („Es wurden Autobahnen gebaut auf denen fahren wir heute auch noch…!“) sind einfach nur unüberlegt und ohne Sinn. Was in dem Kopf dieser Person abgeht verstehe ich persönlich nicht (ob ich das will weiß ich nicht…). Wenn man überlegt das Kerner Ihr mehrfach die Chance gegeben hat sich für ihre Aussagen zu entschuldigen und sie es nicht gerafft hat, man man man eine Show der „Superlative“.
    Da kann ich jedem nur die 18 Minuten Mario Barth in Zusammenspiel mit Senta Berger empfehlen. Einfach ein Traum was die ganze Show wieder gerettet hat.

  2. Der liebe Herr Kerner weicht aber bei einem ganz wichtigen Punkt aus. Nämlich, daß seine Frau sehr wohl zu hause bleibt und „die Kinder hütet“. Natürlich aus freier Entscheidung. Ja klar, aber als Frau Herman das nochmal hinterfragt weicht er aus.

    Es ist nämlich eine unerfreuliche Tatsache, das Wahlfreiheit in diesem Land nur für Bevorrechtigte, für eine kleine Minderheit gibt.

    Ganz davon abgesehen, das Eva Herman ein sehr zweifelhaftes Gedankenkonstrukt und sehr unpassende Vergleiche wählt, von denen man sich distanzieren muß, habe ich hier das Gefühl, das Herr Kerner und Geladene nicht sachlich diskutieren wollten, sondern die Sau mal so richtig durchs Dorf treiben wollten. Insofern hätte Frau Herman den Auftritt bei der Boulevardpresse, und das ist Kerner, besser meiden sollen. Es war auch unnötig, diesen Quatsch nochmals durchzukauen. Das am Rande.

    Es bleibt aber eine unbestrittene Tatsache, das es die von allen geforderten Freiheiten für die Mehrheit der Frauen im Lande nicht gibt. Und da ist dich anzusetzen. Das Kinder in diesem Land zwar von der Politik gewollt, aber an vielen Orten nicht erwünscht sind, weil sie nicht als Bereicherung, sondern als Störenfriede angesehen werden. Das alleine in NRW 800.000 Kinder in der Ganztagsbetreuung ohne Mittagessen auskommen müssen, weil die Eltern beide im Rahmen von Hartz IV zur ganztägigen Arbeit gedrängt werden und trotzdem nicht genügend Geld da ist, um 2,50 Euro für ein Mittagessen und die Betreuungsgebühren in unterschiedlicher Höhe zu erbringen. Diese Menschen haben keine 50 Euro plus im Monat dafür über. Das im Rahmen von Kibitz, Schulen, Kindergärten und Kitas geschlossen werden müssen, weil das Land die Mittel zusammenstreicht und die Eltern die gestiegenen Beiträge schon jetzt nicht mehr tragen können.

    Darüber spricht leider niemand.

  3. @cozmic: Das es mit der Kinderfreundlichkeit in diesem Land nicht zum Besten steht, da gebe ich dir auf jeden Fall Recht. Was Frau Hermann angeht: Meiner Meinung nach sind ihre Vorschläge, wenn man den braunen Zusatz mal weglässt, auch nicht wirklich hilfreich.

    Wir brauchen keine Disukssion über Familienwerte, sondern einen gesellschaftlichen Konsensn, dass Kinder die Zukunft eines Landes sind – und in Zukunft muss investiert werden.

  4. Servus,

    ich habe mir gestern Nacht die 50min aus der ZDF-Mediathek mal angesehen.

    Mir fiel auf dass Kerner viele geschlossene Fragen verwendete, eigentlich immer nur Eva Hermann befragt wurde, die anderen Gesprächsteilnehmer Schreinemakers, Berger und Barth von der Thematik keine Ahnung hatten und sich das Gespräch sehr aufschaukelte.

    Ohne zu wissen, was da vorher genau lief, fand ich hat Eva Hermann sehr nachvollziehbar reagiert und sinnig geantwortet. Die inhaltliche Qualität ihrer Theorie oder ihres Prinzips interessiert mich nicht und will ich auch nicht beurteilen.

    Ich nehme ihr ab, dass Sie keinerlei „braune“ Gedanken hat, und so kann Sie doch sagen, was Sie will.

    Sorgen mach ich mir nur um die Sendungsqualität im ZDF – zu so eine Thema, 0 Fachleute, einen Moderator dessen Ziel wohl nur Provokation und Festnageln war. Die Art der Fragen, das dauernde Wiederholen der Fragen, das hätte ich eher bei nem Privatsender erwartet – da müssen Sendungen ja funktionieren. Wenn die Masse schaut, die Werbeeinnahmen steigen, geht so gut wie alles auf den Schirm.
    Dann waren da noch Frau Schreinemakers und Frau Berger, die wahren wohl nur recht neidisch auf den finanziellen Erfolg und die gesteigerte Aufmerksamkeit von Eva Hermann sind.

    Mario Barth hat nichts gesagt und das war auch gut so, er wird wohl auch nicht gewusst haben, warum er dazu eingeladen wurde.

    Frau Bergers Argument in etwa : wir wissen das, weil es wir ja gelebt haben, die 68er!

    Klar ich versteh die 2000 Generation und zwar alle , weil ich sie lebe – genau!

  5. @cozmic:

    Das Frauen keine Wahlfreiheit haben sehe ich ganz ganz anders. Vielleicht liegt es daran das meine Frau und ich es genau anders machen. Ich gehört zu den ganzen 7% der Männer in Deutschland die das Elternjahr nehmen und meine Frau mehr arbeiten geht (sprich ich 15 Std und sie 30 Std!). Wieso nicht einer ganz zuhause bleibet? Das liegt wohl daran das wir beide was von unserem Sohn haben möchten und zum anderen das wir es uns nicht erlauben können.
    Du hast recht es ist einfach arm von Vater Staat die Familien nicht soweit zu unterstützen das einer ganz zuhause bleibt. Weil da steigt leider der finazielle Aspekt stark in den Vordergrund und leben möchte man als Junge Familie schließlich auch.
    In Deutschland muss einfach mehr für Junge Familien getan werden und es nerven halt manchmal einfach die dummen Blicke wenn du in der Öffentlichkeit bist und dein Kind schreit und die Blicke sagen:“Kann das Kind nicht ruhig sein es stört!“
    Achja wenn ich nun vom Thema abweiche (zumindestens einbischen…) sollte man sich sich als junges Paar welches sich ein Kind wünscht nicht vorher dreimal überlegen müssen ob man ein Kind in die Welt setzt, aber so ist es im Moment leider :(

    LG von einem Glücklichen Ehemann und Vater der es wagt ein Kind in dieser Deutschen Gesellschaft aufzuziehen ;)

  6. @Thorsten

    Leider ist es in unserer Gesellschaft so. Und leider sind es gerade ältere Menschen, die selber mal Kinder hatten, die anscheinend große Probleme mit jungen, kinderreichen Familien haben. Wie lange haben wir nach einer Wohnung für uns 4 gesucht und wie oft war die Begründung für eine Absage, das sich die „älteren Mitbewohner“ ja früher schon über den Kinderlärm beschwert hätten und der Vermieter ja gerne „Ruhe in der Hausgemeinschaft“ hätte. Aber lassen wir das, negative Gedanken ziehen Negatives nur an.

    Wie dem auch sei, es gibt diese Wahlfreiheit nicht. Wenn Ihr Euch das finanziell leisten könnt, ist das Prima, und ich würde auch zuhause bleiben. Leider ist die Einkommenskluft zwischen mir und meiner Frau so groß, das eine Elternzeit für mich damals Utopie bleiben mußte. Sonst wäre ich gerne auch mal 1 Jahr daheim geblieben oder in Teilzeit gegangen. Die 2 Monate, die Frau von der Leyen heute den Eltern anbietet halte ich für ein mageres Placebo.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren