Wurmstichige Äpfel

Langsam aber sicher verliere ich mein Vertrauen in Apple. Nach dem zum vierten Mal das Display an meinem MacBook Pro ausgetauscht wurde und auch dieses wieder den gleichen Fehler zeigte, wurde mir ein neues Gerät zugesagt. Dazu musste meins nach Irland (bzw. von dort in die USA) eingeschickt werden. Der Vorgang hat über zwei Wochen gedauert. Zwei Wochen, die ich zum Glück mit einem Leihgerät des Händlers hier vor Ort überbrücken konnte.

Am vergangene Donnerstag war es dann endlich so weit. Ich konnte mein neues MacBook Pro abholen. Die Freude über das Gerät hielt aber nicht lange an. Zwar ist es wirklich klasse, statt meiner „alten Möhre” ein 2,2 GHz Modell mit satten 2 GB Arbeitsspeicher und der neuen LED-Hintergrundbeleuchtung zu bekommen. Das Ganze nützt aber wenig, wenn immer mehr Fehler auftauchen.

Allein schon, dass ich ein Gerät mit Glossy-Display bekommen und nicht mit seidenmatten Display, wie ich auch ursprünglich hatte. Zwar wirkt Schwarz wirklich richtig satt und dunkel auf dem Display, aber die Spiegelungen sind, gerade auch wenn man damit im Zug arbeitet, aus meiner Sicht sehr störend – es sei denn, frau braucht einen 15 Zoll großen Schminkspiegel.

Ich hätte das durchaus noch akzeptieren können, auch noch den Staubeinschluss oben rechts in der Ecke, aber zwei weitere Dinge führten dazu, dass mir der Hut hoch ging. Das Display des neuen MacBook Pros hat einen deutlichen Gelbstich, der auch mit Kalibrierung dem Pantone huey nicht weg zu bekommen ist. Kein Drama, wenn wie bei mir im Büro ein externer Monitor angeschlossen ist, aber dennoch sehr unschön.

Was dann aber den Ausschlag für eine Beschwerde bei Apple gegeben hat, war der letzte Punkt: die Airportkarte funktioniert definitiv nicht im WLAN-Netz im Büro. Mit meinem alten MacBook Pro und dem Leihgerät, einem MacBook, war das nie ein Problem. Im Gegenteil. Selbst als meine Kollegen mal Schwierigkeiten mit der Verbindung hatten, war ich noch im Netz. Selbst nach zwei Neustarts war das MacBook Pro nicht dazu zu überreden, ins WLAN zu gehen. Es fand zwar das Netz, aber die Verbindung schlug jedes Mal ohne nähere Angabe von Gründen fehl.

Ich habe wirklich den Eindruck, dass Apple immer neue Geräte auf den Markt schmeißt (iPhone), ohne das diese wirklich ausgereift sind. Mindest zwei Probleme des neuen MacBook Pros scheinen wohl auch Serienfehler zu sein. So wurde von dem Gebstich auch in der neusten Ausgabe der MacUp berichtet. Ebenfalls dort bemängelt wurde das Gehäuse des MacBook Pros. Das Design der Geräte ist seit mehreren Jahren unverändert geblieben, trotz bekannter Mängel. So hat das MacBook den deutlich besseren, magnetischen Verschluss und das Lämpchen für den Ruhezustand dimmt nachts auch in die Helligkeit runter, was beim MacBook Pro definitiv nicht der Fall ist.

Im Gegensatz zur Vorserie wurden auch noch Teilaspekte verschlimmbessert. Die Taste vom Trackpad ist deutlich wackliger, die vordere Kante hat einen scharfen Rand – das war bei den PowerBooks mit G4 Prozessor nicht der Fall. Der Verschlussknopf ist aus einfachem Kunstoff, dessen Farbe bei längerem Gebrauch abblättert.

Wofür das Pro im Namen steht, kann ich wirklich nicht genau sagen. Vielleicht ist es ja der höhere Preis des Gerätes, der das Pro ausmacht. Ein Gerät für den professionellen Einsatz ist es jedenfalls nicht. Dazu fehlen auch ein paar Farben, denn das MacBook Pro hat nur Millionen von Farben, die durch Dithern erreicht werden, und keinesfalls 16,9 Millionen.

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