Journalisten mit Rassismushintergrund

Journalisten mit Rassismushintergrund

Den Überall auf eine Bielefelder Sporthalle habe ich nur so am Rande mitbekommen. Nicht entgangen ist mir dagegen die Berichterstattung darüber bei Bielefeld direk. Im ansonsten recht neutralen Text gab es einen keinen Stolperstein, der vermutlich nur wieder so sensiblen Naturen wie mir aufgefallen ist:

In einem günstigen Moment konnte einer der bedrohten Schüler den Waffenträger überwältigen und ihm die Waffe aus der Hand schlagen. Diese Aktion war offenbar das Startsignal für die am Boden liegenden Mitschüler. Sie sprangen auf und stürzten sich auf die Räuber. Während der 16-Jährige (Migrationshintergrund: türkisch) von ihnen festgehalten werden konnte, gelang es dem Komplizen über eine Seitentür zu flüchten. Die Lehrerin alarmierte von ihrem Handy die Polizei. Den eingesetzten Polizeibeamten gelang es, nach einem Hinweis, den verdächtigen 17-Jährigen Komplizen (Migrationshintergrund: serbisch-montenegrisch)

Was bitte schön soll die Erwähnung des Migrationshintergrundes? Ist das wirklich nötig oder dient es dazu, vorhanden Vorurteile weiter zu nähren? Dafür gibt es von mir ganz klar die Rote Karte für Rassismus!

Wer das für übertrieben hält, der sollte den Text mal in einer anderen Form lesen. Das hätte wahrscheinlich sofort Empörung hervorgerufen:

In einem günstigen Moment konnte einer der bedrohten Schüler den Waffenträger überwältigen und ihm die Waffe aus der Hand schlagen. Diese Aktion war offenbar das Startsignal für die am Boden liegenden Mitschüler. Sie sprangen auf und stürzten sich auf die Räuber. Während der 16-Jährige (Religionshintergrund: jüdisch) von ihnen festgehalten werden konnte, gelang es dem Komplizen[…]

Rassismus fängt immer im Kleinen an. Oft sind es nur die leise Untertöne – diese sorgen aber für einen Gewöhnungseffekt, auch Abstumpfung genannt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren