Schere im Kopf

Vor so manchen Blog-Einträgen stelle ich mir selbst die Frage, ob ich das, was mir gerade durch den Kopf gegangen ist, tatsächlich auch schreiben kann. Natürlich, schreiben kann ich das immer. Es geht vielmehr darum, ob ich es auch schreiben sollte. So manche vermeintlich gute Idee kann von einer Minderheit (oder ist es die Mehrheit?) der Leser falsch verstanden werden.

Was dann folgt, sind oft tagelange Diskussionen mit irgendwelchen Hungerhaken oder Tokio Hotel Fans. Damit meine Kreativität in solchen Momenten aber nicht vergebens war, hatte ich Anfang des Jahres damit begonnen, solche Dinge in Form eines Podcast zu verarbeiten. Das Projekt hat sich dann immer weiter verselbstständig und der zeitliche Umfang der wöchentlichen Sendung wurde auch immer größer. Momentan ruht der Podcast ja, was aber nicht bedeutet, dass ich ihn eingestellt habe.

Zurück aber zur Schere im Kopf. Beim aufschlagen des Wirtschaftsteils, auf dessen erster Seite mich ein grinsende Chef der Deutschen Bank anschaut und wieder mal Rekordgewinne verkündet wurden, fiel mir was ein, was sofort den Stempel „Bedenklich” verpasst bekam. Nadine (alias DER CHEF) bestätigte mein Bachgefühl. So was

Wer behauptet, Geld stinkt nicht, der hatte noch nicht einen toten Ackermann wochenlang im Kofferraum.

kann ich nicht einfach in den Blog schreiben. Habe ich jetzt auch nicht getan, denn ich habe nur am Beispiel erklärt, wo üblicherweise die Selbstzensur bei mir anfängt – die berühmte Schere im Kopf.

Gegen Josef Ackermann habe ich selbstverständlich nichts. Allerdings auch nichts dafür.

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