Schere im Kopf

Schere im Kopf

Vor so manchen Blog-Einträgen stelle ich mir selbst die Frage, ob ich das, was mir gerade durch den Kopf gegangen ist, tatsächlich auch schreiben kann. Natürlich, schreiben kann ich das immer. Es geht vielmehr darum, ob ich es auch schreiben sollte. So manche vermeintlich gute Idee kann von einer Minderheit (oder ist es die Mehrheit?) der Leser falsch verstanden werden.

Was dann folgt, sind oft tagelange Diskussionen mit irgendwelchen Hungerhaken oder Tokio Hotel Fans. Damit meine Kreativität in solchen Momenten aber nicht vergebens war, hatte ich Anfang des Jahres damit begonnen, solche Dinge in Form eines Podcast zu verarbeiten. Das Projekt hat sich dann immer weiter verselbstständig und der zeitliche Umfang der wöchentlichen Sendung wurde auch immer größer. Momentan ruht der Podcast ja, was aber nicht bedeutet, dass ich ihn eingestellt habe.

Zurück aber zur Schere im Kopf. Beim aufschlagen des Wirtschaftsteils, auf dessen erster Seite mich ein grinsende Chef der Deutschen Bank anschaut und wieder mal Rekordgewinne verkündet wurden, fiel mir was ein, was sofort den Stempel „Bedenklich” verpasst bekam. Nadine (alias DER CHEF) bestätigte mein Bachgefühl. So was

Wer behauptet, Geld stinkt nicht, der hatte noch nicht einen toten Ackermann wochenlang im Kofferraum.

kann ich nicht einfach in den Blog schreiben. Habe ich jetzt auch nicht getan, denn ich habe nur am Beispiel erklärt, wo üblicherweise die Selbstzensur bei mir anfängt – die berühmte Schere im Kopf.

Gegen Josef Ackermann habe ich selbstverständlich nichts. Allerdings auch nichts dafür.

5 Replies to “Schere im Kopf”

  1. … geht mir oft genau so :-)
    Trotzdem habe ich unlängst unsere Schreibtischhengste im Kreise Wesel als „Schwachmaten“ bezeichnet.
    Das hab ich mir aber doch länger überlegt, bis mein Unmut eben siegte.
    Bisher noch keine Reaktion, erwarte aber täglich eine Klage wegen Beleidigung :-)

  2. „Stellt das euch mal bildlich vor …“ – was? Die Schere im Kopf?

    Habe ich schon ein Röntgenbild von gesehen, ist nicht halb so lustig wie erwartet!

    JBJ

  3. Es gibt Dinge, die müssen gesagt werden.

    Also Augen zu und durch !

    Allerdings, bei Ackermann & Esser muss ich auch immer 2 Tage warten, bis ich was „anständiges“ schreiben kann.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren