Führungslose Hühner

Von Merkel geträumt in der Nacht, schreiend aufgewacht. Den ganzen Tag über verfolgte mich dann ihr Bild – zumindest ist das auch eine Möglichkeit, abzunehmen. Immer wieder frage ich mich allerdings, was die in Berlin mit ihrer Richtlinienkompetenz wirklich macht. Derzeit wirkt sie eher wie eine Verwaltungsfachangestellte und nicht wie eine Bundeskanzlerin, ohne jetzt Verwaltungsfachangestellte beleidigen zu wollen – nicht das die noch auf die Straße gehen und mein Bild symbolische verbrennen, denn so was passiert in der heutigen Zeit ja recht schnell.

Die Gesundheitsreform scheint zum Dreh- und Angela-Punkt der großen Koalition zu werden. Während die SPD zumindest nach Außen hin geschlossen wirkt, gibt die Union das Bild eines zerstritte, gackernden Hühnerhaufens ab. Alle hacken aufeinander ein, mehr zufällig trifft es den Koalitionspartner. Es ist sehr deutlich, dass es in der Union derzeit weniger um die Inhalte, sondern um die Machfrage geht. Der vermeidliche Streit um die Gesundheitsreform ist nur vorgeschoben. Vielleicht auch um davon abzulenken, was der Partei wirklich fehlt: der Hahn im Hühnerstall.

Während ein Streit im Hühnerstall nur die Produktion der Eier gefährdet, steht in Deutschland derzeit wesentlich mehr auf dem Spiel. Auch kann im Hühnerstall notfalls der Bauer wieder für Ordnung sorgen, in dem er besonders aufsässige Hühner der Schlachtung zuführt. So eine Hühnersuppe soll zudem sehr gesund und kräftigen sein. Mitunter auch ein Weg für die Gesundheitsreform.

In der Realität wäre der Bauer wohl der Bundespräsident Horst Köhler. Vom Hühnerschlachten ist der jedoch weit entfernt. Dem Bürger hierzulande wird wohl später nur überbleiben, wie einmal die Suppe auszulöffeln, die ihm andere eingebrockt haben. Nur wird es dann keien fette Hühnersuppe sein, sondern eine magere Suppe aus altem Brot.

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