Aufwachen

Aufwachen

Die meisten Menschen beiderlei Geschlechts werden wohl ihre ganz persönliche Vorstellung davon haben, wann und vor allem wie sie morgens aufwachen, aufgeweckt werden. Das Hochschrecken aus dem Schlaf, weil eine Planierwalze vor der Haustür so viel Lärm macht, dass das Bett vibriert, gehört wohl weniger zu den Wunschvorstellungen.

Auf der anderen Seite wären die Gesichter der auf die Weise erweckten unmittelbar danach sehr interessant. Wie ich heute morgen ausgesehen habe, als ich den Eindruck hatte, die Walze würde durch unser Schlafzimmer fahren, kann ich mir auch ohne Spiegel gut vorstellen. Genau wissen möchte ich es allerdings nicht.

Im Grunde wurde die Gegend, in der wir wohnen, etwa vor einem Jahr zur entfriedeten Zone erklärt. Seit dem sind überall Bauhelmtruppen zu sehen. Nicht nur an der Straße, die komplett erneuter wird, oder beschäftigt am Neuanbau des Altersheims, nein, auch überall sonst in der Nachbarschaft sind Bauherde entstanden.

Für die Nerven ist so was nicht besonders gut. Mich erstaunt, dass aus dem gesamten Umkreis in der Nachbarschaft noch kein Mord, kein Familiendrama vermeldet wurde, denn wenn Draußen der Rüttler den Boden für die Pflastersteine verdichtet, wird der Lärm in den Häusern was anderes erschüttern. Da gehen bestimmt nicht nur Gläser zu Bruch.

Möglicherweise sind das alles nur Vermutung eines Menschen, der unsanft geweckt wurde. Eines jedoch steht fest: Ich habe heut besonders schlechte Laune, falls das jemanden interessiert.

3 Replies to “Aufwachen”

  1. Wah, ich habe grad Blauhelmtruppen gelesen und dachte schon…

    Wenn du im Schwabenländle wohnen würdest, hättest du dich längst an all die Häuslebauer gewöhnt, die mit dem eigentlichen Bau niemals fertig werden und immer wieder was neues finden, wo sie rumwerkeln können. Selbstverständlich immer mit den neuesten, größten und den höllischsten Lärm erzeugenden Apparaten ausgestattet. Egal was, Hauptsache größer und lauter als das Teil vom Nachbarn. Und wenns mal wirklich nichts zu tun gibt oder es regnet, kann man immer noch Holz für die nächsten 25 Winter zersägen…

    Gruß Ilona
    (*kalaschnikowputzend*)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren