Beihilfe zur Dummheit

Beihilfe zur Dummheit

Es gibt Blätter und Nachrichtenportal, die sich weit, sehr weit vom guten Geschmack entfernt haben. Leider auch ebenso häufig vom Sachverstand.

So schrieb die BILD heute, dass schon 41 Prozent der Deutschen vom Staat leben würden. Als Beleg dafür dienen die neusten Zahlen vom statistischen Bundesamt. „Immer weniger Deutsche”, so Bild, „leben von selbstverdienten Lohn”. In dem folgenden Satz aus dem „Artikel” befinden sich allerdings einige grundsätzliche Denkfehler:

Bereits 41,5 Prozent aller Haushalte beziehen ihr Einkommen aus öffentlichen Unterstützungsleistungen wie Hartz IV, Sozialhilfe oder Rente.

Die Rente ist keine Unterstützungsleistung, sondern eine Versicherungsleistung. Die Bezieher haben ein langes Berufsleben lang einen Teil ihre selbstverdienten Lohns dafür eingezahlt. Das Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe unter dem Begriff Hartz IV zusammengefasst wurden, scheint auch an der Redaktion vorbei gegangen zu sein.

Meiner bescheidenen Meinung nach sollte nicht unerwähnt bleiben, dass deutsche Politiker auch eine Unterstützungsleistung, die so genannten Diäten, aus der öffentlichen Kasse erhalten. Sie leben also auch vom Staat.

4 Replies to “Beihilfe zur Dummheit”

  1. Sozialhilfe gibt es immer noch als eigenständige Hilfeleistung. Anspruch auf Hartz IV haben nur erwerbsfähige Personen. Nichterwerbsfähige Personen sind z.B. Rentner, deren Rente nich ausreicht und zusätzlich Sozialhilfe beantragt werden muss.

    Ansonsten kann ich zu solchen Artikeln nur sagen, dass hier wohl versucht wird, einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen. Eine Introspektive des Volkes gegenüber dem Staat ist immer angebracht, aber bitte mit den richtigen beobachtungsleitenden Prämissen.

  2. @Bruno: Wenn ich richtig informiert bin, ist eines der Kernelement von Hartz IV die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Das im Artikel der BILD die Unterstützungsleistungen für nichterwerbsfähige Personen gemeint ist, wage ich mal zu bezweifeln. Ein einfach Folgerung aus den Dingen, die sich sonst noch so im dem Blatt befinden. Differenziert wird dort in der Regeln nur zwischen Schwarz und Weiß.

    Abgesehen davon stimme ich dir zu, dass momentan wieder versucht wird, einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren