Hotel Mama

Den Marsch in die Unmündigkeit sollen nach dem Willen von Arbeitsminister Franz Müntefering (darf der sich eigentlich noch Sozialdemokrat schimpfen?) junge Arbeitslose antreten. Wer zwischen 18 und 25 Jahre alt und ohne Arbeit ist, bekommt demnächst nur noch 80 Prozent von dem, was einem normalen Hartz IV-Empfänger an Almosen zugeteilt wird.

Für junge Erwachsen sind das dann 276 Euro, von denen sie leben müssen. Nur wer aus „schwerwiegenden sozialen Gründen” bei den Eltern ausgezogen ist, erhält mehr. Aber auch nur dann, denn die Behörde den Auszug vorher genehmigt hat. Sollte künftig irgendein Arbeitnehmervertreter, Soziologe oder Politiker davon reden, daß die Jugend von heute viel zu unselbständig sei: Schuld daran sind Leute wie Herr Müntefering.

In einem Klima der Unselbständigkeit und Angst (die Probezeit für Arbeitnehmer soll auf zwei Jahre erhöht werden) ist es kein Wunder, wenn junge Menschen sich gegen Kinder entscheiden. Zu einer vernünftigen Familienpolitik gehört es auch, die Lebensumstände von jungen Familien zu verbessern und Menschen soviel Sicherheit zu vermitteln, daß sie nicht in beständiger Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes und den Abrutsch in die Armut leben müssen.

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