Brücke für Regierungsesel

Wie Kollege semmel festgestellt hat, kann sich ein Großteil der Bundesbürger die Namen unserer derzeitigen Übergangsregierung nicht merken. Möglicherweise hat dies seinen Ursprung in der wagen Hoffnung, daß nach Weihnachten nicht nur die Tannenbäume aus der guten Stube geworfen werden, sondern auch Frau Merkel aus dem Kanzleramt.

Damit sich die Namen für die Zeit, die noch bleibt besser einprägen lässt, ein kleiner Versuch, eine Brücke für die Esel zu bauen:

Wer an der Spitze steht, ist einfach zu merkeln. Angela, IM besonderen Kanzlerin, Merkel. Die meisten Bundesbürger werden wohl immer noch zusammenzucken, wenn sie in den Nachrichten „Bundeskanzlerin Merkel” hören.

Diejenigen, die in Bezug auf Arbeit und Soziales bald nichts mehr zu verlieren haben, weil ihnen alles genommen wurde, stellen sich dann die Frage: Wer hat uns verraten? Die Antwort wäre: Der Franz Müntefering von den Sozialdemokraten. Also, Franz Müntefering (SPD), zuständig für Arbeit und Soziales und zweite Marionette im Staat Vizekanzler.

Für den nächsten Krieg, den Merkels Freund George (dubelju) Bush anzettelt, wird auch die Große Koalition Soldaten und Särge schicken. Die armen Schweine werden dann in den Schlachtgräben der Welt jung sterben. Unser Minister für Frischfleischexport Verteidigung ist daher Franz Josef Jung (CDU).

Von der Maas bis an die Memel, von der Leyen bis ins Kanzleramt, Kinder braucht die Welt. Je mehr, desto besser. Wer besonders viele vorzuweisen hat und dabei so artig wie die Gretel aus dem Märchen dreinschaut, der wird dann Ministerin für Familie und Senioren wie Ursula von der Leyen (CDU).

Wenn jemand im Glauben ist, daß bestimmte Politiker über Wasser laufen können, hat er damit auf jeden Fall schon seine Naturverbundenheit bewiesen. Auch wenn er den Namen eines Engels trägt, so wäre es doch unpassend, den neuen Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) als Blauen Engel zu bezeichnen.

Gescheiterte Bundesbauprojekte lassen sich besonders gut vertuschen, wenn sie in einem tiefen See verschwinden. Herr Mehdorn von der Deutschen Bahn AG sollte gut aufpassen, daß Wolfgang Tiefensee (SPD), Minister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung nicht dafür Sorge trägt, daß auch der Bahnchef zusammen mit einem schicken Eimer voll Beton plötzlich aus dem Amt verscheidet.

Gerade in Zeiten knapper Kassen lässt sich der Wahrheitsgehalt von Sprichwörtern überprüfen. Geld liegt nicht auf der Straße, auch nicht auf Brücken. Das einzige was dort liegt, sind Steine, mit denen aber kein Haushaltsloch gestopft werden kann. Wie kein anderer erinnert uns Peer Steinbrück (SPD) in der Rolle als Ritter der Traurigen Gestalt Finanzminister daran. Trost spendet ein anderer Sinnspruch: Altes Brot ist nicht hart, nur kein Brot, daß ist hart.

Da die neue Bundesregierung in jeder Hinsicht bemüht ist, Quoten einzuhalten (Frauenquote, Sozenquote), darf natürlich auch nicht ein Quotenbehinderter fehlen. Es wäre jetzt unpassend, davon zu sprechen, daß dies ein großer Auftritt für Wolgang Schäuble (CDU) wäre. Eher ein letztes Aufrollen auf die bundespolitische Bühne. Als Innenminister im Rollstuhl kann er im selbigen schnell die Verfolgung potentiell Terrorverdächtiger aufnehmen.

Nicht der Warheit entspricht es, daß durch die Entwicklungsländer ein Geheul ging, als bekannt wurde, daß die neue wieder die alte Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit ist: Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD).

Der gebildete Leser weiß, daß aus einem hässlichen Entlein ein Schavan wird. Genauer gesagt eine Annete Schavan (CDU), die am Ende ihrer Karriere Bundesministerin für Bildung und Forschung werden durfte.

Eine gute Gesundheit liegt auch an guter Ernährung. Daher scheint es passend zu sein, wenn aus dem Gesundheitsexperten Horst Seehofer (CSU) ein Bundesminister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemacht wurde. Zu verdanken hat das der Seehofer dem Stoiber, den aber wohl keiner wirklich in der Regierungsmannschaft vermisst. Abhängen tut der jetzt wieder in Bayern, wo er zwar auch nicht hingehört, aber weniger Schaden anrichten kann.

Den Platz von Schwanzeinzieher Stoiber hat Michael Glos (CSU) eingenommen. Zuständig ist er für Wirtschaft und Technologie. Der Volksmund würde jetzt sagen, daß er dafür da ist, den Wirtschaftsbossen den Allerwertesten zu küssen und in selbigen zu kriechen. In gehobeneren Kreisen geht es aber etwas sittsamer zu. Bei einem guten Glos Wein wird sich dann getroffen und alles in Ruhe besprochen.

Eine weitere Geige ist der Chef des Bundeskanzleramtes, Thomas de Maizière (CDU). Er ist nicht verwandt mit Lothar de Maizière, dem Geige spielenden Ulbricht-Klon mit DDR-Vergangenheit und einer nur als traurig zu bezeichnenden bundespolitischen Zukunft.

Als Außenmister hat Joscka Fischer eine gute Figur gemacht. Da er nicht mehr der neuen Bundesregierung angehört, bedarf es zur Wahrung der Kontinuität einen Minister, der ähnliches auf die Wage bringt. Wenn er außenpolitisch ein Leichtgewicht sein sollte, dann werden halt ein paar Steine den Palästinensern entrissen (die werfen ja eh nur damit) und auf die Wage gepackt. Der Aktenschrank-Verwalter Franz-Walter Steinmeier (SPD) ist daher zum Außenminister auf Probe bestimmt worden.

Das Schlusslicht bilden zwei Frauen, die auch schon in der Alten Bundesregierung zeigen durften, was ihnen an Kompetenz und Talent fehlt: Brigitte Zypries (SPD) für Justiz und Ulla Schmidt (SPD) für die Volksgesundheit – Zur Erinnerung: das war die, der wir die Praxiseintrittsgebühr zu verdanken haben.

Wer sich auf die Schnelle die vielen Namen nicht merken konnte, sei getröstet. Spätestens im März 2006 sind Neuwahlen.

Kommentar verfassen