Sam ist tot

Sam ist tot

Der wohl hässlichste Hund der Welt, Sam, ist gestorben. Eigentlich keine Schlagzeile wert, denn so hässlich wie der war, wird wohl außer der Besitzerin keiner eine Träne vergießen.

Genau darin und in der Berichterstattung in den Medien liegt der Knackpunkt. Die meisten Leser werden kaum stutzen bei folgender Passage (entnommen aus der Süddeutschen Zeitung):

„Sam ist im Alter von 14 Jahren gestorben. Seine Besitzerin Susie Lockheed habe ihren an Alters- und Herzschwäche leidenden Vierbeiner im kalifornischen Santa Barbara einschläfern lassen, berichtet der Sender CNN.”

So wie ich das sehe, kann wohl allenfalls von „gestorben worden” gesprochen werden. Tatsächlich aber wurde das Tier ermordet (gut, so manch einer wird in dem Zusammenhang mit Euthanasie oder Sterbehilfe sprechen). Es ist immer wieder verblüffend, wie unterschiedlich Leben bewertet wird. Nicht das ich jetzt auf mein Fleisch verzichtet würde. Ich bin mir aber bewusst, daß dafür Tiere getötet werden. Wenn sie sterben, dann als Folgeerscheinung eines bewusst durch Dritte herbeigeführten Vorgangs.

Ohne jetzt etwas zu beschönigen oder das Thema weiter zu vertiefen: Das Vieh war hässlich wie die Nacht. Korrekt wäre es aber gewesen, im Zusammenhang mit seinem Ableben einfach nur zu schreiben, daß es eingeschläfert wurde. Mehr nicht.

Auf alle anderen Floskeln kann verzichtet werden (besonders auf Formulierungen wie „friedlich entschlafen”).

3 Replies to “Sam ist tot”

  1. Nun ja. Den Reissäcken wohnt aber eine gewisse Eleganz inne, dem dem Hund gänzlich fehlt. Der ist einfach nur hässlich.

    Aber recht hast du schon. Der Artikel in der SZ kam mir auch wie ein Lückenfüller vor.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren