Biblische Strafe

Biblische Strafe

Von US-Präsident George W. Bush heisst es, er hätte in Bezug auf die aktuelle Flutkatastrophe in den Vereinigten Staaten gesagt, es sei “eine der schlimmsten Naturkatastrophen der US-Geschichte.” Bisher sind wir Europäer davon ausgegangen, dass die schlimmste Naturkatastrophe in der US-Geschichte die Wiederwahl von Bush zum US-Präsidenten war.
Es ist kein besonders netter Zug, sich über Menschen im Elend – denen das Wasser bis zum Hals steht – lustig zu machen. Besonders dann wenn man fotogene verheulte Opfer mit großen Kulleraugen in der Zeitung und im Fernsehen sieht. Dennoch sollte es erlaubt sein, ein paar hämische Anmerkungen zu machen.

Die sich selbst als so gottesfürchtigen bezeichnenden Menschen in den USA sollten die Naturkatastrophe als göttliche Strafe, als Züchtigung hinnehmen für ihr in Sachen Umweltschutz gottloses Verhalten. Gott mag Schwule und Frauen die abtreiben, ganz ehrlich. Er mag es aber nicht, wenn fette Würstchen 20 Liter Autos fahren und unwirtliches Land mit irrsinnig energieverschwendenden Klimaanlagen urbar machen. Gott hasst selbstgefällige Präsidenten, die es noch immer nicht für nötig halten, einen Minimalkonsens wie das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren.

Liebe US-Amerikaner, nehmt die Flutkatastrophe als wohlverdiente Strafe hin, von denen noch viel mehr folgen werden, wenn ihr nicht endlich euren Präsident dazu bewegt, seine politische Macht für aktiven Umweltschutz zu verwenden. Auch ihr selber könnt euren Teil dazu beitragen, wenn ihr anfangt, ein Bewusstsein für den Wert der Schöpfung zu entwickeln. Dabei ist es wirklich egal, ob wir vom Affen abstammen oder von Gott geschaffen wurden, solange wird uns bemühen, diese Welt für unsere Nachfahren zu erhalten.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren