Beate, ohne und Weihnachten – Teil III

Kälte zog vom Fußboden hoch. Die Nachbarn unter ihm war über die Feiertage nach Österreich zum Skiurlaub gefahren. Ihm war das genauso egal, wie ihm mitlerweile alles egal geworden war. Im Flur stand noch ihr altes Paar Hausschuhe. Das hatte sie wohl vergessen. Oder absichtlich zurückgelassen, da es nutzlos geworden war und zusätzlich mal ein Weihnachtsgeschenk von ihm an sie gewesen war. Mit einem Ruck stand er vom Sofa auf, ging in den Flur und war versucht, das alte Paar Schuhe in den Müll zu werfen. Stattdessen ging er zum Telefon und zog den Stecker raus. Rasch ließ er einen Blick über die Post wandern. Rechnungen sowie eine Weihnachtskarte eines Versandhauses. Immerhin, jemand hatte an ihn gedacht. Besser als gar keine Weihnachtspost. Das Einpacken von Geschenken würde diese Jahr wohl nicht notwendig sein. Überhaupt wäre es vielleicht sogar möglich, dass es für ihn diesmal sehr ruhige Feiertage werden würden. Kein Plätzchen, keine Besuche, schlafen, solang er wollte. Wenn er nur schlafen könnte. Dabei war er völlig müde. Die Tür zum Schlafzimmer war nur angelehnt, dass Bett jedoch im Gegensatz zum Rest der Wohnung im tadellosen Zustand. Seit Tagen schon nicht mehr angerührt. An der Schwelle zur Tür machte er abrupt halt. Ihr Duft hing noch im Raum. Er wagte nicht zu lüften, da der Geruch etwas tröstliches versprach, jedoch nicht halten konnte. Sie blieb einfach weg. Der Anblick des leeren Betts verursachte ein beklemmendes Gefühl in der Magengrube. Vorsichtig zog er die Tür ganz zu.

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