Beate, ohne und Weihnachten – Teil II

Beate, ohne und Weihnachten – Teil II

Die Wohnung wirkte so kahl und kalt ohne sie. Eigentlich sollte er sich jetzt eine Tee kochen, um sich ein wenig aufzuwärmen und auf andere Gedanken zu kommen. Der letzte Teebeutel lag immer noch im Spülbecken. Neue hatte er nicht gekauft. Loser Tee war im zu kompliziert. Beate hatte im Schrank immer sehr viele Sorten gehabt und hatte sie mit viel Liebe zubereitet. Liebe, die sie ihm in den letzten Tagen vor ihrem Verschwinden schon längst nicht mehr entgegen gebracht hatte. Er ließ sich aufs Sofa fallen und blätterte ziellos in der Fernsehzeitung, die achtlos auf dem Boden lag. Wenn der Fernseher noch da gewesen wäre, hätte er zumindest ein wenig Ablenkung gehabt. Statt dessen konnte er nur auf die kahle Stelle starren, die zurück geblieben war. Ein Gesicht tauchte an der kahlen Stelle auf. Ihr Gesicht. Nur ein Blinzen mit den Augen und es würde wieder verschwinden. Zu spät. Ihr Gesicht verschwand wieder.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren