Kinderlose

Kaum sind die letzten schlechten Nachrichten aus Berlin verdaut, kündigen sich schon wieder neue Pläne durch laute Schaumschlägerei an. Politiker der SPD und von den Grünen wollen kinderlosen Erwachsene, die älter als 23 Jahre sind, zukünftig mehr Geld für die Pflegeversicherung abknüpfen. Als Strafe dafür, das sie, aus welchen Gründen auch immer, keinen Nachschub für an Beitragszahlern produziert haben, sollen sie ab 2005 einen um 0,25 Prozent höheren Beitragssatz zahlen. Durch diese Maßnahme soll die Benachteilung, die Eltern durch die Erziehung ihrer Kinder entsteht, aufgehoben werden. So betrachtet sind Kinder an sich erst mal ein Schadensfall, dessen Eintreten man durch Entlastung der Betroffenen ausgleichen muss.

Mit solchen Vorschlägen wird wieder auf völlig unnütze Weise ein Konflikt zwischen Kinderlosen und Eltern herbeigeredet, was in Zeiten, wo Solidarität gefragt ist, zur Spaltung der Gesellschaft führt. Sicher ist Familienförderung an sich nichts schlechtes. Das wir mehr Beitragszahler in Zukunft brauchen, ist auch richtig. Aber das kann auch durch Zuwanderung und Adoption gelöst werden. Unser Planet ist zeichnet sich nämlich durch eine zunehmende Überbevölkerung aus, so dass wir keinesfalls zu wenig potentielle Beitragszahler haben. Sie sind nur falsch verteilt.

Wenn man aber bei der vom Bundesverfassungsgericht geforderten Aufhebung der Ungleichbehandlung von Erziehenden bleibt, so sollte man das alles in ein umfassenderes Konzept fließen lassen. Kinderlose sind sicher bereit, mehr in die Renten- und Pflegekasse zu zahlen. Nur sollte dann nicht auch noch an Eltern Kindergeld bezahlt werden, welches zum einem großen Teil über die höheren Steuern finanziert wird, die Kinderlose zahlen.

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