Maulkorb

Maulkorb

Ein Lüge wird auch dann nicht wahr, wenn man sie tausendmal von sich gibt. Die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ist einfach der falsche Weg und wird den Standort Deutschland nicht retten. Vergleiche wie von Edmund Stoiber, das die 35-Stunde-Woche ein deutscher Sonderweg sei, sind nicht nur unzulässig sonder auch falsch. England, das ehemalige Land der eisernen Lady, führt diese gerade Stück für Stück ein. Ebenso wie einige Wirtschaftsführer hätte Stoiber dafür einen Maulkorb verdient oder zumindest solange Redeverbot, biss er von seinem gesunden Menschenverstand gebrauch macht.

Die Wirtschaft krankt zur Zeit vor allem an einem. Von aufgeblasenen Managern, die Verantwortung scheuen wie Vampire das Tageslicht und sich großzügig aus der Firmenkasse (siehe Mannesmann) bedienen. Die Schuld für die schlechte Finanzlage wird dann beim Arbeitnehmer gesucht, der zu viel verdient und zu wenig arbeitet. Politiker und Gewerkschaften werden dann mit einer Standortverlagerung ins Ausland erpresst.

Verschlossen werden die Augen vor einer einfachen Tatsache. Die Ursachen des Konjunkturtiefs liegen zum Teil auch daran, dass die Menschen einfach Zukunftsangst haben. Wer sich ständig Gedanken um seinen Job machen muss, wer morgens sorgenvoll in die Zeitung schaut und hofft, nicht schon wieder von Kürzungen bei den staatlichen Ausgaben zu lesen, der wird so gut er kann sein Geld sparen. Damit findet kein Konsum in ausreichender Menge mehr statt, um die Konjunktur anzukurbeln.

Eine 40-Stunden-oder-vieleicht-mehr-wenn-es-notwendig-ist-Woche verhindert die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Wer das Gegenteil behauptet, deutet die Sachlage falsch. Unsere Zukunft wird geprägt sein von weniger Arbeit und mehr Freizeit. Damit diese genutzt werden kann, benötigt der Arbeitnehmer eine angemessene Entlohung, um damit in seiner Freizeit Nachfrage zu generieren.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren