Chianti

Chianti

Meistens verbindet man Chianti mit billigem, mit etwas Glück nicht Kopfschmerzen erzeugendem Fusel, den man beim Italiener bekommt. Bei Bringdiensten auch beliebt als kostenlose Beigabe ab einem gewissen Bestellwert. Trotz einer Auszeichnung mit der in Italien höchsten Qualitätsstufe – DOCG – erwartet man nicht sehr viel von Chianti. Im besten Fall erwischt man einen Wein, der gut zu allen Gelegenheiten passt, ohne gleich billig zu wirken. Einfach ein Wein für die italienischen Momenten im Leben – also zum jeden Tag trinken.

Per Zufall habe ich beim Einkaufen gestern einen anderen Chianti ausgewählt als den, den wir sonst immer hatten. Dieser war ein recht einfacher Wein, den man auch gut gerade für Glühwein nehmen konnte, eben weil er nicht aufdringlich ist und geschmacklich nicht stört. Dafür hat er aber auch nichts großartiges zu bieten. Der Chianti, den ich diesmal gekauft habe, trägt den Zusatz „Classico„. Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht. Beim ersten Schluck kam aber der Moment, wo ich ziemlich überrascht war. Dieser Chianti -ein Terralunga, mit einen Bauwerk darauf, das mich irgendwie an eine Guillotine erinnert- schmeckt anders. Ganz anders. Selbst als Laie konnte ich den deutlichen Unterschied in der Qualität spüren. Ein samtig-weich Geschmack mit viel Körper und einem wunderbaren Abgang. Laut dem hervorragendem Buch Wine Basics stammt Chianti mit dem Zusatz Classico aus den besten Anbaugebieten der Chianti-Region und trägt als Markenzeichen einen schwarzen Hahn am Flaschenhals.
Mein Erstaunen läst sich am besten mit einem wunderschönen Zitat ausdrücken (leider weiß ich nicht mehr, von wem es ist):
Das Leben ist zu kurz für billigen Wein.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren