Sippenhaft für Kandidaten

Auch wenn ich Arnold Schwarzenegger in Bezug auf das Gouverneursamt in Kalifornien für nicht geeignet halte, so würde ich ihm dennoch nicht das Recht abschlagen, zu kandidieren. Ein Wahlkampf sollte mit Sachargumenten geführt werden. Die Dekonstruktion des politischen Gegners durch konstruierte Zusammenhänge oder falsche Behauptungen schadet allen Beteiligten und dem Amt an sich.

Das jetzt Details aus der Vergangenheit von Gustav Schwarzenegger, dem Vater von Arnold Schwarzenegger, auftauchen, muss daher auch im Zusammenhang mit dem Wahlkampf in Kalifornien gesehen werden. Wenn geschrieben wird, dass Gustav Schwarzenegger in der Zeit des Nationalsozialismus Stabsfeldwebel bei der SA war, gibt es an der Tatsache an sich nichts zu beschönigen. Es stellt sich eher die Frage, wem die Veröffentlichung dient.

Die Aufklärung über die Verbrechen und Verbrecher der NS-Zeit ist heute auch mit größerem zeitlichen Abstand notwendig und wird es auch immer bleiben. Im Fall von Gustav Schwarzenegger geht es aber offensichtlich um etwas ganz anders. Es geht um die moralische Beschädigung des Gouverneurskandidaten Arnold Schwarzenegger. Er soll für die Vergangenheit seines Vaters die Verantwortung übernehmen. Diese Form der Diffamierung bezeichnet man gelegentlich mit dem sehr unschönen Wort „Sippenhaft“. Von einer sachlichen Diskussion um Inhalte ist das meilenweit entfernt.