Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Manchmal muss man als Mieter den Schritt zum Eigenheim wagen. Steigen Zinsen sollte einen davon nicht abschrecken.

Odyssee mit Vermietern

Während ich diese Zeilen schreibe, ärgere ich mich mal wieder über unseren Vermieter. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr. Mich tröstet aber der Umstand, dass es in wenigen Monaten keinen Vermieter mehr für meine Frau und mich geben wird.

Über viele Jahre hinweg haben wir immer zur Miete gewohnt. Eigentlich unser ganzes bisheriges Leben lang, dann als wir beide uns noch nicht kannten und zu Hause wohnten, war das Dach über den Kopf von unseren Eltern auch gemietet. Man kann mit Vermietern sehr viel Glück haben, so wie wir eine Zeitlang in Bielefeld und auch in Köln. Aber auch ziemliches Pech, auch wiederum in Bielefeld und Köln. Manchmal stellt sich erst nach ein paar Monaten heraus, wie der Vermieter wirklich tickt.

Klar möchte jeder Gelder verdienen. Manche machen das auf Augenhöhe, andere versuchen aus ihren Mietobjekten und den Mietern wirklich alles herauszuquetschen, was irgendwie auf legalem Weg möglich ist. Vor Ostern platze uns diesbezüglich endgültig der Kragen. Oder, um es mal anders auszudrücken: Wenn wir wollen würden, dass man uns melkt, wären wir Kühe geworden. Für uns fiel zum ersten Mal eine ernsthafte Entscheidung Richtung Eigenheim.

Nie zu alt für ein Eigenheim

Mit über 50 stehen erstmal mehrere Fragen im Raum. Ist man zu alt für ein Eigenheim? Bekommt man das überhaupt finanziell gestemmt? Jedem, der auch nur ansatzweise mit dem Gedanken spielt, Eigentum zu erwerben, kann ich an dieser Stelle einen Termin bei einem unabhängigen Finanzberater empfehlen. Uns hat das am Anfang des Jahres sehr geholfen und uns klargemacht, wie unser Spielraum aussieht.

Natürlich sollte man im Kopf haben, wie Banken denken. Sie gehen immer vom negativen aus und betrachten den Kredit vom Ende her. Nicht nur das aktuelle Einkommen spielt eine Rolle, sondern aus das Geld nach der Erwerbstätigkeit. Je älter man ist, desto weniger Zeit zum Bezahlen eines Kredites steht einem bis zur Rente zur Verfügung. Hinzu kommen noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die aber den Rahmen hier sprengen würden.

Kurzum, wir bekamen grünes Licht und machte uns an die Suche. Über sieben Monate hinweg sah das Angebot mau aus. Es kamen zwar ab und an Objekte herein, die annähernd interessant waren. Leider aber nur auf den ersten Blick beziehungsweise bis nach dem ersten Besichtigungstermin. Ein Eigenheim muss auch noch bezahlbar sein, was meiner Meinung bei Immobilien mit Preisen jenseits von 400.000 € nicht wirklich zutrifft.

Qual bei wenig Wahl

Für uns zeigte sich im Laufe der Monate auch, welche Präferenzen wir hatten. Eigentlich wollten wir von der Lage her in unserem Stadtteil wohnen bleiben, was auch viel mit unserem autofreien Lebensstil zu tun hat. Zudem wollten wir kein Eigenheim, welches vor dem Einzug erst umfangreich modernisiert, beziehungsweise saniert werden muss. Des Weiteren sollt es auch eine Möglichkeit geben, wo wir unsere Fahrräder trocken unterstellen können. Und natürlich muss die Immobilie auch so liegen, dass ein schneller Internetanschluss möglich ist.

Kurz vor unserem Borkum-Urlaub im Herbst kam dann eine Doppelhaushälfte auf den Markt, die zu 85 Prozent unseren Vorstellungen entsprach. Bei unserem Preislimit war recht schnell klar, dass es immer nur eine Immobilie aus dem Bestand, aber kein Neubau sein würde. Man geht daher immer Kompromisse ein.

Nach dem ersten Besichtigungstermin stand für uns fest: Das wäre unser Eigenheim. Aufregende Wochen später unterschrieben wir dann am vergangenen Montag den Kaufvertrag.

Bald Hausbesitzer

So richtig Hausbesitzer sind wir dann nach Zahlung des Kaufpreises und der Schlüsselübergabe, was im kommenden Februar über die Bühne gehen wird. Dann muss noch mal ein Maler durch und wir können aller Voraussicht nach im März 2024 in unser Eigenheim ziehen.

Bis dahin ist es noch ein Stück Weg und wir werden auf jeden Fall einen anstrengenden Umzug vor uns haben — wir hassen Umzüge, sind aber für unseren Geschmack schon viel zu oft umgezogen.

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