Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Mit Dieter Nuhr im Ersten verhält es sich wie mit der Herstellung von Wurst. Die Produktion wirkt auf normale Menschen verstörend.

Manta für Klimaaktivisten

Irgendwie klar. Fährt man mal in den Urlaub, stapelt sich zu Hause der ganze Mist. Beziehungsweise, es häufen sich innerhalb einer Woche eine ganze Reihe von Themen, die wunderbare Blogartikel für mich ergeben würden. Zum Glück haben Metzger für so was schon vor hunderten Jahren die Wurst erfunden. Einfach alle Reste nehmen und durch den Fleischwolf drehen, anschließend in einen Darm füllen. Für einige gesellschaftliche und politische Themen ehedem der passende Ort.

Tief beeindruckt hat mich vergangene Woche die Meldung, es würde einen zweiten Manta Film mit Till Schweiger geben. Meine Generation hat damals in der Schule über Mantafahrer Witze gelacht. Allerdings nicht mehr mit Beginn der 1990er Jahre, da war das Thema irgendwie schon durch. Hinderte aber niemanden dran, Klischees zu einem Film zu verwursten, der 1991 unter dem Namen „Manta, Manta“ ins Kino kam.

Über Till Schweiger muss man wohl nichts mehr schreiben. Spätestens nach seinen Auslassungen zu Corona sollte man ihn eigentlich keine Bühne mehr geben. Auf die er meiner Meinung nach mangels Talente ehedem nicht gehört. Wie dem auch sei, jener Schweiger bezeichnete Klimaaktivisten jüngst als „Vollidioten“. Nun ja. An dieser Stelle würde eigentlich das Zitat „Wenn man keine Ahnung hat“ von Dieter Nuhr passen. Leider hat sich eben jener Nuhr ebenfalls in meinen Augen längst disqualifiziert.

Nicht Nuhr im Ersten

Die Meinungen von Dieter Nuhr etwa zu Klimaaktivisten gehen mir persönlich genau so gegen den Strich wie viele andere Äußerungen von ihm, die allesamt unter das Label „das wird man doch mal sagen dürfen“ fallen. Nein, mit Nuhr bin ich durch. Seine Sendung Sendung „Nuhr im Ersten“ würde bei mir für Bluthochdruck sorgen, auch wegen seiner fragwürdigen Gäste im Studio. Das Beste, was ich von ihm in letzter Zeit hörte, war sein Bekenntnis zur Corona-Impfung. Das wiederum gefiel vielen seiner Fans wohl eher nicht.

Für mich wäre das Thema „Comedian, der früher mal gut war“ damit eigentlich abgehakt. Seine Penetranz und Präsenz in der ARD mit eigener Sendung rief aber jüngst das Team-Böhmermann auf den Plan. „Nuhr im Zweiten“ heißt der sehenswerte Geniestreich. Schauspielerisch auf jeden Fall eine großartige Leistung.

Ja, manch anderer kann dem allerdings nicht viel abgewinnen. Böhmermann bedienen lediglich das links-grüne Publikum mit seiner Meinungsdiktatur. Dazu kann man eigentlich nur das sagen, was Kurt Tucholsky äußerte:

Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird.

Das Leben ist kein Ponyhof und erst recht nicht, wenn man auf der Bühne steht. bei Böhmermann bin ich im Übrigen felsenfest davon überzeugt, dass er dort auch hingehört (anders als — siehe oben).

Verbot von ChatGPT

Kommen wir aber zu Italien und der Sache mit dem Verbot. Laut einer Meldung der Süddeutschen Zeitung von heute (also leider kein Aprilscherz) lässt die italienische Datenschutzbehörde Garante per la protezione dei dati personali (GPDP) die Benutzung von ChatGPT durch ihre Bürgerinnen und Bürger sperren. Grund für die Speere seien Sicherheitslücken und ein fehlender Jugendschutzfilter, sodass Minderjährig „unangemessen Antworten“ erhalten könnten.

Die Speerrung erfolgt also nicht deshalb, weil man Angst vor der KI hat. Sondern eher, weil man Italiens Jugend schützen will. Die Sache hat allerdings einen komischen Beigeschmack aufgrund der Tatsache, dass in Italien derzeit Giorgia Meloni mit ihrer postfaschistisch Partei Fratelli d’Italia regiert.

Fun fact am Rande: Elon Musk gehört zu denen, die ein sechsmonatiges
Moratorium bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz fordern. Nicht ohne Hintergedanke, denn er will eine eigene Chat KI entwickeln lassen. Die dann aber völlig frei von Filtern sein soll, sodass man damit frauenfeindliche oder diskriminierende Witze generieren lassen kann. Etwa über einen kleinwüchsigen ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner