Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Zwischen Influenza und Influencer gibt einige deutliche Unterschiede. Leider kann man sich nur gegen Influenza impfen lassen.

Werbung und Pandemie

Geld verdienen in der Pandemie, während andere von Kurzarbeit betroffen und von Entlassung bedroht waren geht. Wissen wir nicht erst seit letzter Woche. Dennoch, der Spruch „Krise kann auch geil sein“ wird auf ewig mit einer Person verbunden sein. Der Influencer Fynn Kliemann hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Zurzeit sieht es so aus, als würde sein ganze Kartenhaus zusammenbrechen. Mit Viva con Agua hat sich bereits der zweite große Partner im Kielwasser der Maskenaffäre von ihm getrennt. Influencer sein kann auch scheiße sein. Aber mit Sicherheit gehört Kliemann eher zu denen, die ihre Schäfchen bereits im Trockenen haben.

Andere dagegen geht gerade der Arsch auf Grundeis, um es mal umgangssprachlich auszudrücken. Die wichtigsten Währungen bei Influencern sind persönliche Bindung und Vertrauen. Fehlt das Vertrauen, wird es für den Influencer schwierig.

Seit Ende 2019 gibt es einen sogenannten Ethik-Kodex für Influencer. Aus aktueller Sicht wirkt das eher wie eine unverbindliche Absichtserklärung. Wobei, es ist eigentlich auch nur eine Handlungsorientierung. Was Orientierung angeht, die wird schonmal etwas schwierige, wenn man seinen Kompass verloren hat.

Brettspiele brauchen Influencer

Im Grunde genommen habe ich was Influencer angeht, keine Ahnung. Mein Blog ist selber zu klein, um irgendwas oder irgendwen zu beeinflussen. Fast hätte ich auch geschrieben, an sich hätte ich darüber hinaus mit Influencern nichts am Hut. Stimmt aber so nicht, denn auch ich lasse mich mehr oder weniger beeinflussen. Beim Thema Brettspiele habe ich eine ganze Reihe YouTuber, denen ich folge. Und ja, eine positive Besprechung eines Brettspiels kann schon mal zu einem Kauf des selbigen bei mir führen.

Allerdings, vermutlich hab ich das schon mal erwähnt, habe ich es nicht so mit deutschen YouTubern, die was zu Brettspielen machen. Mittlerweile folge ich nur noch einem deutschen Kanal, der Rest ist in Englisch.

Persönlich reagiere ich einfach extrem allergisch auf das, was ich als deutsche Selbstbesoffenheit bezeichnen würde. Dagegen schätze ich Selbstironie, Understatement und eine gewisse Performance bei der Präsentation von Brettspielen.

Genau aus diesem Grund habe ich zwei absolute Lieblingskanäle, nämlich Shut Up & Sit Down so wie No Pun Included. Ein deutsches Gegenstück dazu ist mir bisher nicht über den Weg gelaufen.

Apropos Selbstbesoffenheit: Man könnte auch böswillig behaupten, dies wäre eine immanente Gefahr für Influencer. Oder, wie es meine Großmutter ausgedrückte: Hochmut kommt vor dem Fall.

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