Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Auf dem ganzen Flur des Studentenwohnheims roch es nach Spülmittel. Wie so oft in den letzten Monaten befand sich die Party auch an diesem Freitag Abend im vollen Gang.

Die Türen zu den einzelnen Zimmer standen offen, man hörte Lachen und das Klappern von Geschirr. Die Fairy Ultras feierten das Ende einer besonders dreckigen Woche. Die ersten fünf Tage lagen hinter ihnen. Aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen würde die Mensa auch noch für weitere Wochen geschlossen bleiben. Durch diese Verurteilung zum selber kochen fielen entsprechende Mengen an Geschirr an. Selbst in den größeren Wohngemeinschaften mit mehr Platz in der Küche lief es irgendwann auf das unvermeidliche hinaus. Es musste gespült werden. Abgesehen davon stellten gammelige Essensreste auf Tellern ein hygienisches Problem dar.

Das Gründungstreffen der Fairy Ultras lag erst drei Tage zurück. Die sonst üblichen Partys zum Wochenende hinbekam bei den Bewohnern des rechten Gebäudeflügels im vierten Stockwerk eine neue Bedeutung. Insa wollte jedoch mehr. Im Wohnheim lebten über 300 Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen. Selbst unter den älteren Semestern gab es noch hartnäckige Spülmittelverweigerer. Für Insa sah das ganz nach einer Mission aus. Sie nahm Fairy Ultras deutlich ernster als einige der anderen Gründungsmitglieder. Dabei lag Hartnäckigkeit in Insas Blut. Ihre Mutter konnte auf 30 Jahre erfolgreiche als Tupperberaterin zurückblicken.

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