Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Dank Homeoffice verbringt man zu Hause am eigenen Schreibtisch eine Menge Lebenszeit. Da sollte man sich schon wohlfühlen.

Arbeiten mit Dachschräge

Gut 13 Jahre alt ist das Foto im Header. Schreibtisch mit Ausblick, eine leichte Untertreibung bei einem Dachfenster. Immerhin gab es etwas Licht. Auch wenn die Dachgeschosswohnung erheblich kleiner war als die vorherige, lag darin ein kleiner Trost. Im Arbeitszimmer davon schaute ich aus dem Fenster auf eine Mauer in vier Meter Abstand. Wobei man eigentlich beim Foto Header nicht von einem Arbeitszimmer sprechen konnte. Eher von einer Dachschräge mit Ausblick, eine besser Abstellkammer.

In der ersten Wohnung in Köln gab es ein gemeinsames Arbeitszimmer mit meiner Frau und in meinem Bereich kein Fenster. Ich schaute wieder auf eine Wand, diesmal eine Zimmerwand, vor der mein Schreibtisch stand. Der Umzug in die autofreie Siedlung in Köln änderte daran wenig, es war halt lediglich eine andere Wand. Eine andere Konstante seit der zweiten Wohnung in Bielefeld war mein Schreibtisch, an dem ich auch hier in Emden noch sitze. Nur halt mit einem echten Fensterausblick. Ich kann beim schreiben Bäume sehen, die Fahnen der IG Metall im Wind und tief hängende Wolken. Die wecken ein leichtes Bedrohungsgefühl, den die Anschlagdichtung des Fensters, aus dem ich blicke, ist altersbedingt nicht mehr vollständig dicht.

Träumen am Schreibtisch

Gestern hatte ich zweimal Wasser auf der Fensterbank, weil der starke Wind den Regen vors Fenster drückte. Meinem Schreibtisch ist das egal, den Büchern auf der Fensterbank eher weniger. Wobei zwei davon nicht das Wasser erwischt hat, sondern Silberfische, die wir wohl in den Umzugskartons hatten. Zurück aber zum Schreibtisch.

An einigen Stellen ist der Lack schon ab, wobei es eher ein Furnier ist — IKEA halt. Kratzer sind auch einige drin. Bei einigen weiß ich sogar noch, wie sie hereingekommen sind. Bei einer Echtholzplatte hätte das alles noch einen gewissen Charme. Bei Büromöbeln aus dem schwedischen Möbelhaus sieht es irgendwann einfach nur noch schäbig aus. Mit anderen Worten, eigentlich bräuchte ich was Neues im Arbeitszimmer. Immerhin verbringe ich dank Homeoffice darin einen erheblichen Teil Lebenszeit darin.

Allerdings habe ich noch ziemlich gut in Erinnerung, welche Plackerei zu zweit es war, den Schreibtisch meiner Frau aufzubauen. Ein Teil aus einem Spezialgeschäft für Büromöbel. Richtig wertig und verdammt schwer. Am liebsten würde ich mir einen aus Massivholz kaufen. Gerade eben, zwischen zwei Zeilen schreiben, surfte ich etwas im Netz herum. Da gibt es wirklich schöne Modelle, aber brauch ich wirklich noch einen? Ich träum einfach mal weiter.

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