Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Eine absolute Mehrheit im Saarland ist für die SPD auch auf Bundesebene eine ungewohnte Erfahrung. Andere gewöhnen sich an den Abstieg.

Landtagswahl im Saarland

Den Pickel am Hintern von Rheinland-Pfalz nennt man Saarland. Als kleinstes Flächenland übersieht man es ganz gerne. Allerdings ist es durch seine Nähe zu Frankreich durchaus sympathisch. Die Älteren von uns denken vermutlich an den Tatort Salü Palu. Noch älteren fällt die Besatzung durch Frankreich ein.

Noch andere denken an die Besatzung des Saarlandes zwischen 1985 und 1998 durch Oskar Lafontaine in der Rolle als Ministerpräsident. Später Kanzlerkandidat der SPD, Bundesfinanzminister, Renegat und Mitbegründer der Partei WASG, aus welcher dann im späteren Verlauf die Partei Die Linke wurde.

Während es das Schicksal mit dem Saarland und der SPD wieder gut meint, ist jenes von Die Linke so gut wie besiegelt. Lafontaine verpasst kurz vor der Wahl in dem oben genannten Bundesland der Partei den Todestoß. Am vergangenen Sonntag wurde gewählt und das, was sich abzeichnete, trat ein. Oder, um es positiv zu formulieren. Zumindest im Saarland wird Die Linke nie wieder 10 Prozent oder mehr an Stimmen verlieren.

Schauen wir mal auf das vorläufige amtliche Endergebnis im Detail:

  • CDU 28,5 % (-12,2 %)
  • SPD 43,5 % (+13,9 %)
  • Die Linke 2,6 % (-10,3 %)
  • AfD 5,7 % (-0,5 %)
  • Grüne 4,99 % (+1,0 %)
  • FDP 4,8 % (+1,5 %)

Im Ergebnis ziehen damit lediglich drei Parteien in den Landtag, wenn es bei den Zahlen bleibt.

Genossen in Siegerlaune

Von 51 Sitzen entfallen 29 auf die SPD, 19 auf die CDU und 3 auf die AfD. Somit hat die SPD die absolute Mehrheit und könnte sogar mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger alleine regieren. Zuvor war die SPD lediglich Juniorpartner in einer CDU-geführten Regierung unter Ministerpräsident Tobias Hans. Hans schaffte es, Wählerinnen und Wähler der SPD zu mobilisieren, in dem er etwas unglücklich für eine Spritpreisbremse warb. Steigende Spritkosten prangerte er in einem Video an:

Das trifft jetzt nicht nur Geringverdiener, sondern das trifft wirklich die vielen fleißigen Leute, die tanken müssen, die ihre Dieselfahrzeuge tanken, die zur Arbeit fahren, die die Kinder zum Sport bringen

Geringverdiener und Fleißige als Gegensatz, so was kommt nicht gut an. Besonders nicht in einer strukturschwachen Region wie dem Saarland. Aber gut, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Woran letztendlich Erfolg oder Misserfolg der Parteien gelegen haben, bleibt das Geheimnis der Wählerinnen und Wähler. Allerdings dürfte die SPD ihren Erfolg Anke Rehlinger zu verdanken haben, die CDU ihren Misserfolg dem Hans und Die Linke wird wohl merken, was ein fehlendes Zugpferd für Folgen hat.

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