Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Hamsternde Menschen bewegen sich auf demselben geistigem Horizont wie der russische Präsident Wladimir Putin. Eine erschreckende Erkenntnis.

Nicht Helene Fischer

Acht Jahre nach dem ersten Überfall auf die Ukraine und der daraus folgenden Annektion der Krimi hielt der russische Präsident Wladimir Putin gestern seine Sportpalastrede im Luschniki-Stadio. Angeblich vor einem im zujubelnden Menge von über 200.000 Menschen. Mittendrin gab es eine Unterbrechung der Liveübertragung im Fernsehen, angeblich aufgrund eines Serverfehlers.

Aus seiner Sicht habe sich die halbe Welt gegen Russland verschworen. Gefeiert wurde nicht nur vergangenes Unrecht, sondern auch der derzeitige erneute Angriffskrieg gegen die Ukraine. Allerdings darf dieser in Russland selber nur als militärische Spezialoperation bezeichnet werden. Vielleicht trifft man sich ja in Bezug auf die Terminologie in der Mitte und verwendet die Bezeichnung Mord und Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung eines unabhängigen Staats.

Sieht man die jubelnden Menschen in dem vom russischen Staatsfernsehen verbreiteten Video, fragt man sich ernsthaft, was die wohl gesoffen haben. Möglicherweise zu viel Rapsöl aus deutschen Supermärkten — aber dazu gleich mehr.

Ersthaft, es muss eine massenhafte und tiefgreifende Gehirnwäsche stattgefunden haben. Allerdings nicht erst sein ein paar Wochen, sondern über Monate, sogar Jahre. Und wir im Westen haben dabei einfach zugesehen. Alles fing spätestens vor acht Jahren an, als Putin lernte, dass er sich einfach so die Krim unter den Nagel reißen kann.

Supermärkte ohne Rapsöl

Es könnte aber auch sei und würde die Unterbrechung der Übertragung erklären, dass einige im Stadion einen ganz anderen Auftritt als den von Putin erwartet hatten. Was ganz anderes habe ich auch von meinen Mitmenschen erwartet. Nach den Hamsterkäufen vor fast zwei Jahren hegte ich die Hoffnung, nicht erneut mit solchem Wahnsinn konfrontiert zu werden.

Leider kam es dann anders. Erst gab es die Berichterstattung im Kölner Stadtanzeiger, dass in Köln in den Geschäften Speiseöl ausverkauft sei. Dann folgte die Emder Zeitung mit einem Artikel über die Versorgungslage hier in Ostfriesland. Schließlich stand ich gestern beim Einkauf im Combi vor einem leeren Bereich im Regal, wo sonst Sonnenblumenöl und Rapsöl steht.

Wie krank im Kopf muss man sein, wenn man Lebensmittel zum Autofahren nutzt, nur um ein paar Cent zu sparen?

Leute, ihr hab sie doch nicht mehr alle. Ich verwende Rapsöl gerne zum Kochen. Meins kommt aus Österreich, also keine Krisenregion — wenn man mal von der Ibiza-Affäre und ähnlichem absieht. Ein Liter Rapsöl in einer Glasflasche, wie viel braucht man dann zum Volltanken? Wie ökologisch ist das, wenn man die ganzen Flaschen dann entsorgen muss?

Wirklich arm. Immerhin, anscheinend funktioniert Olivenöl wohl nicht im Tank. Das verwende ich auch sehr gerne zum Kochen, nur ab und an greife ich auf das geschmacksneutrale Rapsöl zurück.

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