Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Vermutlich wird AfD auch in Deutschland keinen Oskar bekommen. Der Zeitpunkt für den perfekten Abgang ist eine Kunst.

Bitte rechts austreten!

Im Abgang bitter, so ließe sich über eine ganze Reihe von Politikern schreiben. Am Ende ihrer Karriere blicken sie nicht auf ihre Lebensleistung zurück, sondern grämen sich über das, was sie noch alles hätten machen könne und wollen. Nur die wenigsten besitzen die Souveränität von Angela Merkel. Aufhören, wenn es am schönsten ist, statt bis zum letzten Atemzug auf der Bühne bleiben. Letzteres führt nämlich zu unschönen Anblicken, wenn sich etwa ein zum Beispiel abgehalfterter Musiker im Rollstuhl auf die Bühne quält.

Als Normalbürger ist an in der Regel schon froh, wenn Politiker überhaupt geht, statt sich an seine (vermeintliche) Macht zu klammern. In nicht-demokratischen Staaten kann das (siehe Russland) fatale Folge haben, sogar über das eigene Land hinaus.

Manche Politiker machen auch einen Abgang, um woanders wieder aktiv zu werden. Schröder bei Gasprom, Eberhardt Alexander Gauland wechselte von der CDU zur AfD, genauso wie Erika Steinbach. Allerdings stand die schon immer am rechten Rand der CDU und hat mit Steinen geworfen.

Kommen wir aber zum jüngsten Austritt. Oskar Lafontaine wendet sich von der Linkspartei ab. Einem Tag seiner Abschiedsrede im saarländischen Landtag.

Es geht der Oskar

So kurz vor der Landtagswahl im Saarland ist ein Austritt einer so bekannten Persönlichkeit wie Oskar Lafontaine, sagen wir mal suboptimal. Der Herr ist allerdings bekannt dafür, dass ihn solche Dinge nicht interessieren, wie er bereits bei seinem Austritt aus der SPD deutlich zeigte. Damals verkündete Oskar Lafontaine noch, sein Herz schlüge nach wie vor links. Ich für meinen Teil hab ihm das zu dem Zeitpunkt geglaubt. Rückblickend und aus der Erfahrung heraus würde ich sagen, es ging ihm schon immer nur um sich selber. Gekränkter Stolz, ließe sich auch sagen.

Wie dem auch sei, nun verlässt Oskar Lafontaine zum zweiten Mal in seinem Leben eine Partei und nicht im Guten. Ein schlechter Mannschaftsspieler sei er gewesen, hört man hinter seinem Rücken über ihn sagen. Ein unbequemer, in die Jahre gekommener Mann. Zuvorgekommen ist er wohl einem Parteiausschlussverfahren, da er dazu aufgerufen haben soll, im Saarland nicht die Linkspartei zu wählen. Parteischädigendes Verhalten nennt man so was.

Zumindest bei Herrn Lafontaine ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass es sich jetzt den Bauernfängern von der AfD anschließt. Vielleicht nutzt er die ihm noch verlebende Lebensjahr dazu, einfach nur noch Privatmann zu sein. Genügen Rücklagen für einen Lebensabend in Luxus scheint er zu haben.

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