Von allen guten und bösen Geistern verlassen

In Köln wurde der Rosenmontag zu einer riesigen Montagsdemonstration gegen den Krieg in der Ukraine genutzt. Ein deutliches Signal.

Strandtorte zum Geburtstag

Vor einigen Jahren (genaues Datum wird aus Grund des „Datenschutzes“ verschwiegen) habe ich für meine Frau eine Strandtorte zum Geburtstag gebacken. Das Ergebnis sieht man auf dem Foto im Header. Auch ohne Foto ist die Torte in mein Gedächtnis gebrannt, weil sie extrem aufwendig in der Herstellung gewesen ist. So was würde ich nicht mehr machen, abgesehen davon sind meine Frau und ich nicht die großen Torten-Esser.

Allerdings ist die Torte ungewöhnlich gewesen und war für meine Frau eine wahnsinnige Überraschung. Eine ungewöhnliche wahnsinnige Überraschung, genau das trifft wohl auch ganz gut auf das zu, was gestern in Köln passiert ist.

Für Nicht-Karnevalisten: Normalerweise ist der sogenannte Rosenmontag der heiligste Feiertag im Rheinland. Mit Umzügen, Kamelle und je nach lokaler Biersorte mit lauten Rufen von Helau (Alt, Düsseldorf) oder Alaaf (Kölsch, Köln).

Normal ist derzeit aber nichts. Allein schon bedingt durch die Corona-Pandemie hätten die Kölner nicht ihren üblichen Umzug abhalten können. Dazu kam dann noch der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. In so einer Situation ist es besser, man verzichtet auf das übliche Programm. Die Kölner nutzen jedoch Tag und Gelegenheit für eine sensationelle Montagsdemonstration.

Erstaunliche Montagsdemonstration

Montagsdemonstration, ursprünglich verbanden wir alle das mit dem, was in der damaligen DDR passiert. Das Volk (nicht das selbsternannte Volk wie später) ging auf die Straße, um gegen die Machthaber und Zustände zu protestieren. Der Rest ist Geschichte. Es kam zum Fall der Mauer und zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten — gleichzeitig auch zur Legende, diese wäre nur um das Versprechen auf einen Verzicht einer NATO-Erweiterung gegen Osten möglich gewesen.

Wie dem auch sei, Jahrzehnte später eroberte braunes Gesocks den Begriff Montagsdemonstration für sich, in dem sie an diesem Tag ihre Pegida-Demonstration veranstalteten. Einer Pervertierung der ursprünglichen Intention.

Statt des regulären Karnevalsumzuges gab es in Köln gestern eine Montagsdemonstration nicht nur von Närrinnen und Narren. Insgesamt 250.000 Menschen zeigten in Köln Flagge für Frieden und gegen den Krieg in der Ukraine. Der Rosenmontagszug als Friedensdemo. Ehrlich, das macht mich schon ein wenig stolz auf die Stadt, in der ich 10 Jahre meines Lebens verbracht habe. Klar, es waren sicher auch Mitläufer dabei, die einfach nur feiern wollten. Sei es drum. Die Zahl ist eine klare Ansage. Nicht an das russische Volk, sondern an Putin.

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