Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Bei einem begrenzten eigenen Horizont benötigt man Englisch nicht zur Verständigung. Neugier entwickelt sich mitunter abseits der Schule.

Ehrenrunde für Sprachmuffel

Fremdsprachen und ich, da trafen schon immer zwei Welten aufeinander. Während andere den Umgang mit neuen Sprachen locker aus dem Ärmel schütteln, war es für mich immer ein Krampf. Den ersten Kontakt zu einer mir bis dahin unbekannten Sprache hatte ich in der fünften Klasse auf der Realschule. Würde ich behaupten, ich hätte mich Englisch schwergetan, wäre das noch eine Untertreibung. Auf jeden Fall führte es zur „freiwilligen“ Wiederholung der fünften Klasse dank meiner Eltern. Wirklich gelöst wurde das Grundproblem dadurch allerdings nicht. Wie „toll“ es ist, aus dem Klassenverband mit seinen Freunden in eine andere Klasse zu kommen, lass ich an dieser Stelle mal unerwähnt.

In der siebten Klasse folgte dann für ein Jahr Französisch, was für mich keine Verbesserung darstelle. Im Gegenteil, für mich führte sich die Sprache noch unzugänglicher an als Englisch. Am Ende der zehnten Klasse hatte ich auf jeden Fall meine Qualifikation für den Besuch der gymnasialen Oberstufe — an meinem Sprachtalent lag es auf jeden Fall nicht.

Da ein Jahr Französisch nicht ausreichte, musste ich in der Oberstufe noch eine zweite Sprache wählen. Griechisch klang toll. In der ersten Stunde stellte sich dann heraus, dass es ein Fortsetzungskurs und ich falsch war. Russisch konnte ich nicht aufgrund meines Stundenplans nehmen, sodass ich Spanisch nehmen musste.

Man(n) versteht Englisch

In der Kurzform würde ich Bezug auf Spanisch hier lieber nur erwähnen, dass ich durch eine Abmachung mit dem Lehrer den einen Punkt bekam, damit der Kurs als belegt anerkannt wurde.

Kommen wir lieber zurück zum Englisch. Ein Sprachcamp nach der zehnten Klasse brachte wenig Erfolg, genauso wie alle weiteren schulischen Bemühungen. Privat hatte ich mit der Sprache nichts am Hut. Erst nach dem Zivildienst bei einem vierwöchigen Schottland Aufenthalt änderte sich das. Trotz meines miserablen Schulenglisch konnte ich mich verständigen. Besser noch, die Art und Weise, wie mir die Menschen während meines Urlaubs begegneten, schenkte mir Selbstvertrauen. Man muss eine Sprach nicht fehlerfrei beherrschen, um akzeptiert zu werden.

Neben dem Studium kam ich dann intensiver mit Englisch in Kontakt, da die Fachbücher zum Thema Webdesign und Internet damals überwiegend in Englisch waren. Mein passiver Sprachsatz wuchs mit den Jahren. Aussprache lassen wir mal unter den Tisch fallen, aber hey, ich kann zum Beispiel englische Spielregeln für ein Brettspiel ohne Verständnisprobleme lesen. Mehr noch, in meiner Freizeit übersetze ich (weil es mir Spaß macht) englische Spielregeln ins Deutsche. Damals in der fünften Klasse hätte ich so was nie für möglich gehalten.

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