Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die Errichtung von Brauchtumszonen in Köln ist die zweitdümmste Idee gleich hinter der Erfindung des Karnevals.

Flieht ihr Narren

Karneval und Corona haben zumindest aus meiner Sicht einiges gemeinsam. Mit beiden möchte ich nicht infizierte werde. Sowohl bei Corona als auch beim Karneval gibt es mehrere Varianten. Im Fall von Karneval sollte man sich insbesondere vor der rheinischen Variante in Acht nehmen. Notorische Karnevalsmuffel genießen aber einen Langzeitschutz, wie ein zehnjähriger Aufenthalt in Köln bewies. Für alle anderen heißt es: meiden sie das Rheinland gerade in der Zeit zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch.

Ein Umzug nach Ostfriesland lässt sich leider diesbezüglich nicht mit einer Impfung vergleichen, denn auch hier wurde durch Migration aus dem Kölner Raum Karneval in einigen Hotspots eingeschleppt.

Wenn das ganze Thema nicht so traurig wäre, könnte ich noch stundenlang in diesem ironischen Tonfall weitermachen und mich am Karneval so richtig abarbeiten. Einer der Unterschiede zwischen Corona und Karneval ist jedoch, dass ich anderen ihren Karneval gönne — solange sie mich damit in Ruhe lassen. Es heißt aber nicht, dass damit Narrenfreiheit gilt. Insbesondere während einer Pandemie mit durch die Decke schießenden Inzidenzwerten sollte man besonnen handeln. Dazu gehört leider auch der Verzicht von dem, was handelsüblich auch als Brauchtum bezeichnet wird.

Der Kölner an sich kann es aber offensichtlich nicht lassen und schafft Brauchtumszonen, um dem Virus ein Schnippchen zu schlagen.

Köln schaff Brauchtumszone

Als ich gestern Abend im KSTA online zum ersten Mal über den Begriff Brauchtumszone stolperte, musste ich direkt auf den Kalender schauen. Nein, wir hatten gestern nicht den 1. April. Die Kölner Stadtdirektorin Andrea Blome meint es offensichtlich ernst, wenn sie die Stadt zur Brauchtumszone erklärt. Mit dem Segen von NRW-Gesundheitsminister Laumann ist in solchen Sonderzone Straßenkarneval möglich. Es müssten lediglich alle Jecken einen 2G-plus Nachweis erbringen.

Ehrlich gesagt, werde ich aus der gesamten Verordnung nicht schlau. Weder der Artikel im KSTA noch die offizielle Verlautbarung der Stadt helfen da weiter. Straßenkarneval ja, aber ohne Umzüge? Der Kneipenkarneval wird stattfinden, da er weder als Tanzveranstaltung noch als Party gelte.

Jeck wird es auch in Bezug auf 2G-plus. Geboostert sein reicht wie sonst in diesem Fall nicht, denn man muss in jedem Fall einen tagesaktuellen Test vorlegen. Mit Sicherheit ist damit aber kein Alkoholtest gemeint.

Möglicherweise lässt sich in Köln der Alkoholgehalt im Blut mit dem Inzidenzwert vergleichen. Ist der hoch genug, ist einem plötzlich alles egal.

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