Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Strenge Kontaktbeschränkungen führen in der reduzierten Kernfamilie zum Weihnachtsfrieden. Unterdessen hört man Säbelrasseln an der russischen Grenze.

Keine Friedenszeit

Weihnachten gilt im allgemeinen Verständnis auch als Zeit des Friedens — im Widerspruch dazu steht allerdings, dass man zu seiner Familie fährt. Legendär ist der Weihnachtsfrieden 1914 an der Westfront. Sich bis dahin bekämpfende Soldaten unterschiedlicher Nation legten für eine kurze Zeit die Waffen nieder, um gemeinsam zu feiern. Gut, danach gingen der Krieg in all seiner Brutalität weiter. Aber zumindest ein paar Tage lang gab es Hoffnung.

Hoffnung ist genau das, worum es eigentlich beim Weihnachtsfest geht. In den dunkelsten Stunden wird das Licht in die Welt gebracht. Das kann, muss man aber nicht ausschließlich christlich so sehen. Frieden wünschen sich wohl die meisten, um so unverständlicher ist das Säbelrasseln vor Weihnachten von Wladimir Putin. An der Grenze zur Ukraine eskaliert ein Konflikt, der ganz Europa in den Abgrund reißen könnte.

Als ob wir in der Welt nicht genügend Probleme hätten, die wir gemeinsam lösen müssen. Der Klimawandel oder eben die Corona-Pandemie, die bald ins dritte Jahr geht — ohne Aussicht auf Besserung. Man wünscht sich ein in Geschenkpapier gewickeltes Päckchen Einsicht für die Mächtigen dieser Welt.

In der CDU neuerdings Säbelrasseln

Gestern las ich etwas über die Ankündigung von Gesundheitsminister Lauterbach zum Thema vierte Impfung. Mein Gott, ich habe nicht mal meine dritte bekommen! Klar ist gegenüber dem Corona-Virus nicht nur Säbelrasseln, sondern eine aktive Bekämpfung wichtig. Aber auch hier gilt: Lasst den Menschen zumindest an Weihnachten etwas Frieden. Bringt Hoffnung und nicht düstere Aussichten. Wir sind Menschen und können nur bedingt schlechte Nachrichten, von denen es im bald zu Ende gehenden Jahr genügend gab, verkraften.

Eine gute Nachricht hat aber interessanterweise auch mit Säbelrasseln zu tun. Der designierte neue CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz kündigte etwas Erstaunliches an:

Wer mit der AfD kooperiert, fliegt aus der Partei.
Friedrich Merz

Das ist eine überraschend eindeutige Aussage. Vermutlich auch nur deshalb in der Form so möglich, weil sie von Merz aus einer Position der Stärke getätigt wird. Wenn er das tatsächlich ernst meint und es nicht nur rhetorisches Säbelrasseln ist, verdient der Mann meinen Respekt. Für seine Partie ist es auch eine kluge Überlebensstrategie. Es dürfte wohl auch bei Leuten wie Hans-Georg Maaßen als rote Linie verstanden werden. Wer sie übertritt, fliegt der CDU — hoffentlich. Mit der Abgrenzung stärkt Merz die rechte Flanke der CDU. Gleichzeitig gibt es versöhnliche Signale Richtung Angela Merkel. Vielleicht wird sie Ehrenvorsitzende ihrer Partei. Das würde über Weihnachten hinaus die CDU ein gutes Stück befrieden.

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