Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die VHS in Emden hat ein reichhaltiges Kursangebot auch im kulinarischen Bereich. Türkisch kochen gibt spannende Einblicke in andere Küchen.

Nichts für Anfänger

Gestern nahm ich an einem weiteren Kochkurs in der VHS Emden. Titel der Veranstaltung „Türkische Gaumenfreuden“. Fangen wir mal komplett umgekehrt an mit dem einzigen Kritikpunkt. Wobei es eigentlich keine wirkliche Kritik ist, sondern etwas, was mir bereits beim Sushi-Kurs und einem völlig anderem Veranstalter auffiel.

Wer als Laie ohne jede Kocherfahrung in die Kurse geht, ist vermutlich fehl am Platz. Gekocht wird unter Aufsicht und nach Rezept. Für mich ist das völlig ok. Bei mir besteht die Motivation, einen Kochkurs zu besuchen, darin, neue Landesküchen zu entdecken. Türkisch gekocht habe ich selber noch nie, aber die türkische Küche interessiert mich.

Abgesehen davon ist so ein Kurs die Gelegenheit, aus dem Hamsterrad des Alltags auszubrechen und andere Menschen kennenzulernen. Insofern „Mission accomplished“.

Wenn ich wirklich mal das Bedürfnis habe, bestimmte Handgriffe und Techniken zu verbessern, dann ist wohl ein echter Grundlagenkurs (so eine Art Kochschule) das Richtige. Wer mich Zwiebeln schneiden sieht, bekommt nämlich das Heulen.

Aber wie schon gesagt, eigentlich ist das keine Kritik, sondern ein persönlicher Eindruck. Und hey, ich kann ja auch kochen.

Türkisch für Anfänger

Beim schreiben dieses Artikels wurde mir dann bewusst, dass ich bisher genau einmal türkisch gekocht habe, auch unter Anleitung. Zu Beginn meines Lehramtsstudiums in Bielefeld musste ich ein acht Wochen Praktikum parallel zu den Vorlesungen und Seminaren absolviere. Glücklicherweise kam ich an die Laborschule, die nur einen Steinwurf entfernt von der Uni liegt. In meiner „Klasse“ gab es einen türkischen Jungen, dessen Mutter mit uns an einem Tag mal Lahmacun machte.

Eigentlich aber beschränkt sich meine Erfahrung mit der türkischen Küche auf Döner. Die sind eher nicht landestypisch und wenn man mal Dokus über die Zusammensetzung der meisten Grillspieße gesehen hat, verzichten man lieber darauf.

Zurück aber zu meinem Kurs „Türkisch kochen“. Betreutes Kochen von zehn Personen unter Aufsicht der Kursleiterin führte zu 12 leckeren Speisen. Dabei hatte ich Almsuppe und gefüllte Weinblätter mitzuverantworten. Drei Dinge sind mir dabei eine Erwähnung wert. Eine Vorstellungsrunde, bevor man anfängt zu kochen, finde ich wichtig — die fehlte beim Sushi-Kurs. Die Aufteilung der Teilnehmerinnen und des Teilnehmers in Teams für je zwei Gerichte ist auch sehr gut. Und schließlich der von der Kursleiterin mitgebrachte Wein, denn wir wissen ja: Eine Mahlzeit ohne Wein nennt man Frühstück.

Alles in allem hat mir der Kurs nicht nur gut gefallen, sondern ich möchte unter der Kursleiterin auch noch andere Länderküchen kennenlernen.

Im Übrigen, ich war tatsächlich der einzige Mann in der Runde — aber so was kenne ich ja schon aus meinem Studium.

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