Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Mittlerweile ist der Erstkontakt mit Emden zwei Jahre her. Der Auftakt zu einem Neustart in ein anderes Leben.

Es jährt sich

Hier und da gab es bereits Andeutungen — gleichsam ein Wink mit dem Zaunpfahl. Vor genau zwei Jahren hatte meine Frau hier in Emden am JAG ihr Vorstellungsgespräch. An den Tag kann ich mich noch gut erinnern, denn es war einer der kältesten Tag. Am 31. Oktober von Köln kommend war insbesondere ich nicht darauf vorbereitet.

Da das Hotel vor Ort wenig Aufenthaltsqualität bot (manche Zughaltestellen in kleinen Ortschaften sind gemütlicher), versuchte ich in der Zeit, wo meine Frau in der Schule war, Emden zu erkunden. Im Ergebnis führte das zu einem Zustand, den man wohl korrekt mit „durchgefroren“ bezeichnen konnten.

Immerhin, ein paar Eindrücke von Emden konnte ich gewinnen. Es war von uns ja schon etwas verwegen, sich eine Stadt als neuen Arbeits- und Lebensort auszusuchen, die man bis dahin nur aus der Vorbeifahrt im Zug kannte.

Um ehrlich zu sein, es hätte statt Emden auch jede andere Kleinstadt sein können. Wir wollten einfach nur weg aus Köln und Nordrhein-Westfalen. Am liebsten in den Norden, um nicht auch noch mit Sprachbarrieren kämpfen zu müssen.

Schnelle zwei Jahre

Für mich sind die zwei Jahren irgendwie schon im Flug vergangen, auch wenn sie die letzten Wochen in Köln damals furchtbar lang anfühlten. Zwei Jahren sind viel, aber auch wieder wenig Zeit, je nachdem, wie man zurückblickt.

Nach dem Umzug hat es tatsächlich ein Jahr gedauert, bis ich mich einigermaßen akklimatisiert hatte. Lange Zeit fühlte ich mich im Haus etwas fremd. Möglicherweise gab es meinerseits andere Erwartungen. In Köln malte ich mir alles in bunten Farben aus, aber tatsächlich tauscht man bei einem Umzug die eine Sorte Probleme gegen eine andere.

Vor ein paar Minuten schaute ich nach der Post im Briefkasten, nur um dem Heulen nah zu sein. Nicht, weil mir keiner schreibt, sondern weil wieder genau so viel Laub vor der Tür liegt wie am Samstag. Das von mir fein säuberlich entsorgte Laub wurde einfach durch neues ersetzt. Immerhin, irgendwann tragen die Bäume keine Blätter mehr.

Zurück aber zur Zeit. Zwei Jahre, irgendwo gefühlt mittendrin mein runder Geburtstag. Man fragt sich dann schon, ob man die Zeit sinnvoll genutzt hat. Viel zu oft noch verbringt man sein Leben damit, auf irgendwelche Ereignisse zu warten. Auf einen bestimmten Stichtag oder eine Person. Schon als Kind erfährt man das in der Vorweihnachtszeit, wenn laut Adventskalender das Christkind noch lange benötigt, bis die Geschenke unterm Baum liegen.

Wie dem auch sei, meine Frau und ich sind wirklich froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

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