Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Raser müssen demnächst sehr tapfer sein. Neben Falschparken soll auch die Strafen für zu schnelles Autofahren deutlich erhöht werden.

Betreutes Autofahren

Geistig ist ein Teil der Einwohner von Emden in den 1960er Jahren zurückgeblieben Zumindest mir fehlt die Fantasie für andere Erklärungsversuche. Wie eine Monstranz trägt man den Titel „Autostadt Emden“ vor sich her. Auch wenn hier der Autobauer VW ein großes Werk hat, muss man nicht gleich die Lebensqualität einer ganzen Stadt dem Auto unterordnen.

Die autogerechte Stadt ist ein Monster aus der Vergangenheit, mit denen Grüne-Wähler gerne ihre ungezogenen Kinder erschrecken. Moderne Stadtplanung findet jenseits des Primats für den Autoverkehr statt, so viel sollte sich auch bis nach Ostfriesland herumgesprochen haben. Ideen zur Verkehrsberuhigung, Einbahnstraßen und Tempolimit setzen einige Emder Facebook Benutzer gerne Argumente aus dem gefühlten Mittelalter entgegen.

Die da oben haben wohl Langeweile. Es macht kein Spaß mehr in die Innenstadt zu fahren. Reine Katastrophe. Sollen die Stadt ganz Autofrei machen, dann geht keiner mehr in die Stadt, außer die eh in der Stadt wohnen.

Leute, es gibt auch noch andere Fortbewegungsmittel als das Auto. Man muss sich nur darauf einlassen — und sollte es angesichts des Klimawandels auch. Und hey, parken direkt in der Innenstadt muss nicht günstiger oder gar kostenlos werden.

Meiner Meinung nach könnte zur Verkehrsberuhigung noch eine ganze Menge mehr getan werden. Aber dann werden hier wirklich Fackeln und Mistgabel in die Hand genommen und die Stadtverwaltung gestürmt. Emder lieben Autos und haben ein Herz für Raser.

Emden liebt Raser

Gut das mit dem Herz für Raser geht jetzt vielleicht wirklich ein wenig zu weit. Mich wundert einfach nur, wie emotionale darauf reagiert wird, die Friedrich-Ebert-Straße teilweise zur Einbahnstraße zu machen. Bleiben wir aber dennoch beim Raser an sich.

Meinem Eindruck zu Folge gibt es in Emden, auch im Stadtteil Constantia, eine Tuner-Szene. Einer davon liebt es, kurz vor dem Zebrastreifen in der Tempo-30-Zone noch mal richtig Gas zu geben und den Motor röhren zu lassen. Das sogenannten Auto-Posing soll künftig statt 20 ganze 100 Euro kosten. Das freut diejenigen, die nach wie vor nicht kontrolliert werden. Der Spareffekt ist hier enorm, genauso wie beim Falschparken und nicht erwischt werden. Hundert Euro plus einen Punkt in Flensburg für falsch parken mit Behinderung, das muss auch erstmal jemand aufschreiben.

Kommen wir zum Autofahrer in der Geschmacksrichtung Raser. Grob gesagt habe sich hier die Bußgelder zum bisherigen Stand verdoppelt. Immer noch zu lasch, wenn man mich fragen würde. Und wie bereits erwähnt, wenn es keiner kontrolliert, ist es ehedem für die Katz.

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