Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Weder Berlin noch Köln eignen sich als Endlager für verbrauchte Ostfriesen. Dafür besucht Atommüll künftig Borkum.

Ostfriesischer Pragmatismus

Ostfriesen sind von Natur aus pragmatische Menschen. Wenn das Wasser nahezu ungenießbar ist, wird kurzerhand einfach eine passende Teemischung erfunden. Oder aber eine Wahlbeteiligung angelehnt an bewährte Verfahren aus Berlin einfach geschätzt. Nein, ehrlich, auf meinen Artikel folgte keine Reaktion. Das kann ich an dieser Stelle noch nachvollziehen, so bekannt ist mein Blog auch nicht.

Andererseits schickte ich einen Tag später meine Vermutung an die Emder Zeitung via Webformular. Von Zeitung gab es nicht mal eine Empfangsbestätigung, geschweige denn eine Reaktion. Dabei hatte ich explizit erwähnt, mich auch gerne eines Besseren belehren zu lassen. So viel Gleichgültigkeit kenne ich selbst aus Köln nicht. Ehrlich gesagt war dort auch mein Draht zum KSTA streckenweise ganz gut.

Vielleicht dauert die Beantwortung von E-Mails hier oben noch etwas länger, genauso wie man sich bei der Steuerrückerstattung gerne mal Zeit lässt. Bei uns sind bisher sechs Monate vergangen. Das kommt davon, wenn man die Sahne gegen den Uhrzeigersinn in den Tee laufen lässt.

Wobei sich meine Frau und ich uns das Endlager Emden selber ausgesucht haben. Es liegt so schön nah an der Lieblingsinsel Borkum.

Ostfriesland als Endlager

Laut Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) eignen sich rund 54 Prozent der Fläche in Deutschland für Atommüll-Endlager. Dabei wurde etwa die Bodenbeschaffenheit wie zum Beispiel i Ton- oder Salzgestein sowie kristallinem Wirtsgestein berücksichtigt. Weniger relevant war ganz offensichtlich, ob sich ein mögliches Endlager im Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer befinden würde.

Daher kommt auch Borkum, beziehungsweise eine Stelle vor Borkum auch in die nähere Auswahl. In einer Tiefe von 300 Metern soll atomarer Müll über eine Million Jahr gelagert werden. Eine verdammt lange Zeit für eine Spezies, die nicht mal über die nächste Legislaturperiode hinaus denken kann.

Mal ganz ehrlich, ein Standort in einer touristischen Region wie Ostfriesland (es kommen noch ein paar andere Ecken infrage) ist eine Schnapsidee. So was wird einen nachhaltigen Imageschaden nach sich ziehen. Wer möchte schon Urlaub auf Borkum machen, in der der unmittelbaren Nähe eines Endlagers?

Hinzu kommt auch noch, dass die Region Groningen in den Niederlanden, die direkt angrenzend ist, immer wieder von Erdbeben heimgesucht wird. Genau so was sollte man bei der Lagerung von Atommüll eigentlich vermeiden.

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