Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die Ende des Jahres anstehende Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn war absehbar. Kundengewinnung sieht in jedem Fall anders aus.

Mehr Netto vom Brutto

Seit fast zwei Jahren bin ich nicht mehr regelmäßig auf die Deutsche Bahn angewiesen. Vor einem Jahr habe ich mich von meiner Bahncard 100 getrennt. Mit dem Umzug nach Emden entfielen auch die letzten Momente und Gelegenheiten, von der mobilen Freiheit Gebrauch zu machen. Homeoffice und Ostfriesland als neue Heimat, zwei deutliche Veränderungen in meinem Leben. Diese führten zu einer neuen Form der Unabhängigkeit, ganz ohne Auto.

Als zusätzlicher Effekt hatte ich tatsächlich mehr Netto vorm Brutto, da ich keine Bahncard mehr bezahlen musste. Über 400 Euro monatliche mehr im Portmonee zu haben ist schon klasse. Auch wenn die zurückliegenden Streiks der GDL mich nicht mehr betroffen haben, interessierte mich das Thema trotzdem.

Jeder Streik und jede Lohnerhöhung wirkt sich bei mir nämlich auch aus. Real gesehen schrumpft mein Nettolohn bedingt durch die Inflationsrate. Die erhöht sich nicht von alleine, sondern wenn die Lohnkosten sowie andere Kosten steigen. Der errungene Sieg der GDL wird, um es auf den Punkt zu bringen, von selber aufgefressen. Eigentlich ein Teufelskreis, dem auch die Bahn unterworfen ist.

Unglückliche Entscheidung der Bahn

Lassen wir aber mal an dieser Stelle die grundsätzliche Diskussion beiseite und konzentrieren uns auf die Deutsche Bahn an sich. Wir sollten uns bei der Bahn auch wieder in Erinnerungen, dass es sich bei ihr um einen staatseigenen Konzern handelt. Man kann hier über steigenden Preise und lamentieren, sollte aber mal darauf hinweisen, worauf es eigentlich ankommen müsste.

Richtig eingesetzt wäre die Bahn ein umweltpolitisches Steuerungsinstrument, eine kluge Alternative zu PKW und LKW. Leider gab es immer wieder Versuche, die Bahn kaputt zu sparen. Genau gab es immer wieder Einschnitte in das, was ich eigentlich als mobile Grundversorgung bezeichnen würde.

Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz kommt man an der Bahn als bedeutenden Faktor nicht vorbei. Zum einen bedeutet es einen deutlichen Ausbau des Schienennetzes, eine Stärkung des Angebots. Zum anderen sind moderate Preise unabdingbar. Es gilt, die Bahn wieder attraktiver zu machen. Gerade durch die Pandemie litt auch der Personenverkehr auf der Schiene.

Daher ist es absolut unverständlich, warum man angeblich nicht in der Lage ist, die 3G-Regel in den Zügen durchzusetzen und daher darauf verzichtet. Es sei nicht praktikabel und zu aufwendig. Das sind Ausreden, dich für mich auch eine gelegentliche Nutzung der Bahn als Verkehrsmittel unattraktiv machen.

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