Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Armin Laschet hofft in Berlin nach wie vor auf Rückenwind. In Ostfriesland kennt man im Oktober dagegen die Wahrheit.

Ampel in Emden

Nach neustem Stand der Informationen finden mit der CDU die letzten Sondierungsgespräche statt. Nach wie vor glaubt mindestens einer in der Partei an eine Jamaika-Koalition. Für Armin Laschet geht es ums Eingemachte. Landen CDU und CSU in der Opposition, wird er sich nicht mehr als Parteivorsitzender der CDU halten können. Auch das Satiremagazin Titanic vermutet einen Abschied von Laschet auf der Titelseite ihrer neusten Ausgabe: „Das war Armin Lachset — Familie spricht erstmal über Politlegende“. Dazu ein Schwarz-Weiß Foto von Laschet.

Auf der anderen Seite hat es einen gewissen Charme, wenn die Union in die Opposition geht. Sie könnte der bisher größten Oppositionspartei das Wasser abgraben — die AfD hat genau davor Angst.

Währenddessen zeigt wiedermal, welche Vorteile man in Emden genießt. Im Gegensatz zur Bundeshauptstadt gibt es hier bei Wahlen genügend Stimmzettel, die auch zeitnah korrekt ausgezählt werden, ohne dass man Ergebnis pauschal schätzt. — was da derzeit in Berlin abläuft, ist einer Demokratie unwürdig.

Zudem haben wir hier längst eine Ampel, extra für Fahrradfahrer. Eine Erfindung, an die ich mich mittlerweile gewöhnt habe. Beim Oktober über ich allerdings noch.

Ostfriesischer Oktober

Hier oben im Arbeitszimmer steht der Küstenwind auf dem Fenster, was zu einem gelegentlichen Summen führt. Irgendwas ist da nicht ganz dicht — nein, keine Anspielung auf den aktuellen Zustand der CDU.

Der Oktober ist gerade mal ein paar Stunden alt, schon stolpere ich über die Nachrichtenlage. Lange verdrängt, jetzt erst erkannt: Der 3. Oktober fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. In Niedersachsen sind Feiertage ehedem rar, da schmerzt so was besonders. Gab es nicht mal die Überlegung zu Ausgleichstagen, wenn Feiertage auf einen Sonntag fallen?

Apropos fallen beziehungsweise ausfallen. Nach dem tollen Sushi-Kurs am Mittwoch hatte ich mich ja noch erfolgreich für „Sushi auf Ostfriesisch!“ anmelden können. Nun weiß ich, warum. Es war noch Plätze frei, leider zu viele, sodass der Kurs heute abgesagt wurde. Schade eigentlich.

Der Oktober ist dann leider auch der Monat, an dem wiedermal die Uhrzeit umgestellt wurde. Ein lästiges und überflüssiges Ritual. Immerhin trösten Lehrer und Schüler zwei Wochen Herbstferien, von denen meine Frau und ich eine Woche auf Borkum verbringen werden. Möglicherweise gibt es in den Ferien auch mehr Gelegenheit zum spielen. Im September kamen nur zwei Brettspiele auf den Tisch, Mage Knight und Star Trek: Ascendancy. Immerhin haben wir die ausgiebig gespielt und kamen so auf 24 Stunden.

Im Übrigen, Herr Laschet: Hier in Ostfriesland weiß man, dass der Wind grundsätzlich von vorne kommt.

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