Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Der Umzug von einer Großstadt in eine Kleinstadt wie Emden ist auch mit Nachteilen verbunden. Die Versorgung mit gutem Sushi wird schwieriger.

Sehnsucht nach Ersatz

Nach über zwei Jahren konnte ich gestern Abend zum ersten Mal wieder Sushi essen. Aber der Reihe nach. Als meine Frau und ich noch in Bielefeld (lang ist es her) lebten, gehörten wir nicht zu den regelmäßigen Restaurant-Besuchern. Von so was sie Sushi hatten wir wohl mal gehört oder gelesen, kamen aber in der Pudding-Metropole am Teutoburger Wald nicht in den Genuss.

Das ändert sich dann schlagartig mit dem Umzug nach Köln. Wir lernten dort eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Restaurants kennen. Sowohl in Bezug auf Ambiente als auch auf die Qualität kann man in Köln eine enorme Bandbreite erleben. Natürlich kann man auch ein Vermögen für Essen ausgeben.

Wirklich gut gefallen hat uns das SushiOU in der Christophstraße. Selbstverständlich waren wir auch mal in Düsseldorf (wir sind schließlich beide keine gebürtigen Kölner). Dort im Japan-Viertel kann zeigt sich die ganze kulinarische Vielfalt des Landes.

Uns war beiden vor dem Umzug klar, dass wir in Bezug auf die Vielfalt an Restaurant in Emden Abstriche machen müssten.

In der Not Sushi selber machen

Wie ich ja bereits mehrfach erwähnte, ist für mich Sushi eine sehr geniale Art und Weise, Fisch zu essen. Ich liebe Fisch, aber ich habe grundsätzlich immer Pech mit Gräten. Die Reis-Häppchen mit Fisch sind daher perfekt. Hier in Emden könnte ich mich jetzt mit der veränderten Versorgungssituation abfinden oder aber die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten austesten.

Möchte man unnötigen Verpackungsmüll vermeiden, verzichten man lieber auf abgepacktes Sushi aus dem Supermarkt. An die Restaurants in Emden müssen wir uns noch ran wagen, bedingt durch Corona ergaben sich in den letzten Monaten nicht so viele Optionen. Wer mich kennt weiß, dass ich ein Freund puristischer Speisekarten bin. Weniger ist mehr.

Der springende Punkt: Ich bin derzeit skeptisch. Daher ergriff ich sofort die Chance, als bei der VHS ein Sushi-Kurs angeboten wurde. Der fand gestern Abend statt. Das leckere Ergebnis sieht man ja im Titelbild. Die Herstellung der Maki-Rollen habe ich mir persönlich deutlicher schwerer vorgestellt, dafür sind die Nigiri wesentlich trickreicher zu machen. Ob man so was zu Hause macht, darüber lässt sich diskutieren. Der wohl größere Aufwand liegt im Reis kochen — den Part hatte der Dozent bereits im Vorfeld übernommen. Mit Reiskocher soll es einfacher gehen, dennoch dauert das ganze laut Aussage wohl zwei Stunden. Mal eben Sushi machen ist dann wohl nicht.

Fisch auf den Tisch

Seit meinem ersten Kontakt mit Reishunger habe ich gelernt, wie man mit wenig Aufwand im Kochtopf perfekt Reis kocht. Ursprünglich kauften wir uns ja einen Reiskocher für die Mikrowelle, für die wir aber in der neuen Küche keinen Platz haben. Vor die Wahl gestellt, entweder Mikrowelle oder Espressomaschine, war die Entscheidung recht einfach. Also wandelten wir die Anleitung für den Reiskocher für den Herd ab und kamen zum gleichen Ergebnis.

Der „Trick“ liegt im Waschen, der passenden Menge Wasser im Kochtopf und der niedrigen Temperatur beim Kochen. In seiner 12 bis 15 Jahre dauernden Ausbildung zum Sushi-Meister in Japan perfektioniert der Lehrling in den ersten drei Jahren das Reis kochen. Der richtige Reis ist schließlich die Grundlage für alles weiter.

Im Übrigen, wer sich für das Thema interessiert, sollte sich bei amazone prime Jiro und das beste Sushi der Welt ansehen.

Zurück aber zum Kurs. Bei unserem Dozenten Fabian Klug lernten wir die Grundlagen für Herstellung von Maki, Nigiri, California-Roll und Crunchy-Roll — letztere ist zwar lecker, aber frittieren zu Hause ist nicht so meins.

Fazit: Der Kurs hat mir gut gefallen und Mut gemacht für Sushi made at home. Spannend wird es dann noch mal nächsten Mittwoch, denn ich konnte noch einen Platz im Kurs „Sushi auf Ostfriesisch!“ beim selben Dozenten ergattern.

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