Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Mit dem passenden Lobbyisten an seiner Seite lässt sich der Verdienstausfall minimieren. Ohne Lobby steht man allerdings dumm da.

Lobbyisten für schlechte Zeiten

Der deutschen Bank ging es auch schon mal besser. Gebeutelt von Skandalen und Bankenabgaben klammert man sich an jeden verfügbaren Strohhalm. Einer davon ist der ehemalige SPD-Vorsitzende und Bundesaußenminister a. D. Sigmar Gabriel. Der ist seit Anfang 2020 Mitglied im Aufsichtsrat der Bank. Etwas außerhalb seiner eigentlichen Funktion dort hat er im letzten Jahr eine E-Mail an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. Darin betont er nicht nur, dass er froh ist, das Merkel derzeit an Deck sei. Er tastet auch vor, ob es nicht möglich sei, die Bankenabgabe in der Corona-Krise auszusetzen.

Die Deutsche Bank braucht schließlich ihr Gelder selber, um in Aussicht gestellten Dividenden zu zahlen. Und Gabriel braucht auch Geld, schließlich lief es durch Corona mit seinen Vorträgen nicht so gut und den Job bei Tönnies verlor er ja auch noch im vergangenen Jahr.

Es ist erstaunlich, auf welche Art und Weise Politiker nach ihrem Ausscheiden agieren. Bei der FDP oder anderen Parteien würde das weniger wundern, aber ehemalige Spitzensozialdemokraten als Lobbyisten? Gabriel ist kein Einzelfall in der Partei, es sei zum Beispiel an Gazprom-Schröder erinnert.

Immerhin, durch ihre Umtriebigkeit entgehen diese Genossen einen Verdienstausfall.

Ungeimpft führt zu Verdienstausfall

Über den Impfstatus von Scarlett Johansson ist nichts bekannt, wohl aber über ihre Klage gegen Disney. Zusätzlich zu ihrer Gage von 20 Million Dollar will sie vom Konzern noch weiter 100 Millionen Dollar. Gedacht ist das als Beteiligung an den Einspielergebnissen und als Entschädigung dafür, dass Disney den Film „Black Widow“ bereits zum Kinostart auf seinem Streamingportal kostenpflichtig zur Verfügung stellte.

Solche Gehaltsforderung finde ich persönlich extrem anstößig. Über Moral und Gerechtigkeit zu diskutieren, ist allerdings extrem mühselig. Apropos Gerechtigkeit. Um eine ganz konkrete Form des Verdienstausfalls geht es demnächst in einigen Bundesländern in Bezug auf eine Erkrankung mit Covid-19.

Bisher bezahlt der Staat, genauer gesagt die Allgemeinheit, wenn sich jemand aufgrund einer Erkrankung mit Covid-19 in Quarantäne begeben muss und einen Verdienstausfall erleidet.

Für Geimpfte gilt das auch weiterhin. Umgekehrt drehen aber bereits Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz den Geldhahn für Ungeimpfte in so einem Fall zu. In anderen Bundesländern wird noch darüber diskutiert, inwieweit eine solche Maßnahme zielführend sei.

Ganz ehrlich, wer sich nicht impfen lässt, obwohl er es kann, sollte der Allgemeinheit nicht auf der Tasche liegen. Wer keine Solidarität (Stichwort Herdenimunität) zeigt, sollte auch keine erwarten.

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